Egal ob Rind, Schwein oder Schaf, die Mitgliedschaft im Tiergesundheitsdienst (TGD) ist für tierhaltende Betriebe nahezu obligatorisch. Förderprogramme der AMA oder die vereinfachte Medikamentenabgabe sind an den TGD geknüpft. Ein Ausstieg aus dem Betreuungsprogramm ist für viele Landwirte deshalb kaum möglich. In Oberösterreich stehen einige Bauern trotzdem, zumindest in Gedanken, kurz davor. Der Grund: Das Land Oberösterreich kürzt dem TGD-Landesverband die Zuschüsse. Die Folge: leere Kassen bei gleichzeitig steigenden Kosten. Der Bauer soll nun zahlen.
Pro Betrieb wird ab diesem Jahr ein Teilnehmerbeitrag in der Höhe von 25 bis 75 Euro fällig. Die Beiträge sind nach Betriebsgröße gestaffelt, steigen in Zehn-Euro-Schritten. 25 Euro pro Jahr müssen beispielsweise Rinderhalter bis 50 GVE oder Schweinehalter bis 100 Mastplätze zahlen. Jahresbeiträge (in der Steiermark 15 bis 35 Euro/Jahr) sind in sieben von neun Bundesländern seit Jahren Standard. Nur das Burgenland und Oberösterreich haben bisher keine Beiträge gefordert. Für Oberösterreichs Tierhalter ist es aber dennoch ein Schlag ins Gesicht. Wurde vor wenigen Wochen das Veterinärbudget des Landes auf 12,3 Mio. Euro aufgestockt, fließt künftig mehr Fördergeld (80 % der Gesamtsumme) in die Fleischuntersuchung – nur mehr 12 % in den TGD. Offenbar zu wenig um für alle Leistungen aufkommen zu können.
UBV fordert Umbruch
Nicht nur auf den sozialen Medien regt sich massiver Widerstand. Auch der Unabhängige Bauernverband (UBV) kritisiert in seiner Aussendung die neu anfallenden Gebühren scharf. Werden die zusätzlichen Kosten künftig nicht von öffentlicher Hand übernommen, fordert der UBV den TGD ersatzlos zu streichen. Um Verwaltungskosten zu sparen, schlägt UBV-Präsident Karl Keplinger zudem vor, die jeweiligen TGD-Landesverbände zusammenzulegen. Dies würde die Zahl der Tierärzte in der Verwaltung verringern und Kosten einsparen.
TGD-Fortbildungsstunden sollen außerdem künftig allein als „Sachkundenachweis“ ausreichen, um Arzneimittel selbst anzuwenden. Die Eigenverantwortung der Landwirte, aber auch der selbstständigen Tierärzte könne laut UBV dadurch gestärkt werden.
Gespart werden soll aber auch bei der Zahl an Amtstierärzten. Die hochqualifizierten Fachkräfte werden laut Keplinger in den Tierarztpraxen am Land, statt in den Büros des überbordenden Verwaltungsapparats benötigt.

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