Im Jahr 2009 haben Martin und Denise Stillhart den Hof Schwefelschür in Oberhof (Aargau/Schweiz) in Pacht übernommen und vor zehn Jahren gekauft. Der ehemalige Kuhstall wurde zu einem Stall für Milchschafe umgebaut. Weil sich etwa 20 der insgesamt 27 ha, die Stillharts bewirtschaften, in Hanglage befinden, waren Schafe die richtige Wahl.
Insgesamt melken die Stillharts etwa 100 Ostfriesische Milchschafe. Um Arbeitsabläufe zu optimieren, erwies sich der ehemalige Kuhstall jedoch als zu schwerfällig. Allein schon die Schafe täglich ins Freie zu lassen, war für die Stillharts, die nach Bio-Richtlinien wirtschaften, umständlich.
Weil die Lauf- und Liegebereiche im früheren, in einen Hang hineingebauten Kuhstall längs angeordnet waren, konnten die Tiere ihn nur von ihrer langen Seite verlassen. Statt den Stall noch einmal umzubauen, entschied sich das Ehepaar im Jahr 2018 den früheren Stall abzubrechen und einen neuen zu bauen. „Vom früheren Stall haben wir nur eine einzige Wand stehen lassen“, erzählt Martin.
Stallfläche nicht wesentlich größer
Die reine Stallfläche ist mit rund 260 m² nicht wesentlich größer geworden. Der Stall verfügt jetzt aber über vier flexibel abtrennbare Lauf- und Liegeflächen, die quer zum Stall angeordnet sind. So können alle Schafe leicht auf den Laufhof im Freien gelangen.
Dazwischen sind Futterbänder installiert, die das Füttern erleichtern. Für die Einstreu hat sich Martin Stillhart eine Strohgondel gebaut, die auf Schienen an der Decke über die gesamte Länge des Stalls geschoben werden kann. Mit einfachen Trennelementen aus Aluminium kann er innerhalb der Lauf- und Liegeflächen Schafe, die kurz vor dem Ablammen stehen, von den anderen separieren.
Einen Tag nach dem Ablammen holt er die Lämmer aus diesen Bereichen und bringt sie in Lämmerbuchten, die er im vorderen Bereich des Stalls eingerichtet hat. Auch die Lämmer, sowie direkt neben ihnen die Widder, können jederzeit ins Freie. Mehr zum Thema Schafstallbau und Stallkonzepte
Die Ausgänge sind mit Windschutznetzen ausgestattet, die im Sommer vollständig aufgerollt werden. Im Winter, wo die Temperaturen bis weit unter den Gefrierpunkt sinken können, schließen Martin und Denise die Windschutznetze bis etwa zur Hälfte. Große Stroh-Quaderballen vor den Ausgängen sorgen dafür, dass Wasserleitungen im Inneren des Stalles nicht einfrieren.
Warum Familie Stillhart die Schafmilch einfriert, erfahren Sie in unserer aktuellen Ausgabe. Hier Abo oder gratis Probeheft bestellen!
Kommentare