Wie sich hochwertiger Backweizen klimafreundlicher produzieren lässt, wird im neuen Projekt „FutureWheat“ untersucht. Startschuss für das dreijährige Forschungsvorhaben der Universität Hohenheim gemeinsam mit dem Max Rubner-Institut (MRI) ist der 1. Mai 2026. Gefördert wird es mit rund 1,5 Mio. Euro vom Bundeslandwirtschaftsministerium (BMLEH). Die Förderbescheide überreichte Ressortchef Alois Rainer im Rahmen eines Verbändegesprächs mit den Mitgliedern der „Backweizen-Initiative“ am Mittwoch (18.3.) in Berlin. Der Projektleiter der Universität, Prof. Friedrich Longin, und die MRI-Präsidentin, Prof. Tanja Schwerdtle, nahmen sie entgegen.
Die Backweizen-Initiative ist Teil des Klimaschutzprogramms 2023 der Bundesregierung. Bereits der Vorgänger an der Spitze des Bundeslandwirtschaftsministeriums, Cem Özdemir, hatte sich mit den beteiligten Verbänden entlang der gesamten Wertschöpfungskette getroffen und Forschung auf dem Gebiet gefördert.
Ressourcenschonende Bewirtschaftung
FutureWheat hat das Ziel, gemeinsam mit Partnern aus Landwirtschaft, Züchtung, Mühlen- und Backindustrie, Wege zu finden, wie unter ressourcenschonender Bewirtschaftung Weizen mit stabiler Back- und Nährstoffqualität erzeugt werden kann. „Beispielsweise ist zwar bekannt, dass weniger Stickstoffdünger und weniger Einsatz von Agrochemie zu weniger Ertrag pro Fläche und teilweise reduzierten Proteingehalten führt, aber wir wissen nicht, welche Auswirkungen dies auf die Backqualität, das Aminosäurespektrum sowie Nährstoffe wie Mineral- und Ballaststoffe hat“, erläutert Projektleiter Longin. Neben der Identifikation geeigneter Sorten für einen klimafreundlichen Anbau soll zudem die Bewertung der Teig- und Backqualität von Weizen deutlich beschleunigt werden.
Bundeslandwirtschaftsminister Rainer betonte anlässlich des Verbändetreffens, dass die Anforderungen für die Einstufung als Backweizen in Deutschland zu Recht hoch seien. Gleichzeitig sei der Rohproteingehalt in den vergangenen Jahren gesunken und auch zunehmende Witterungsextreme würden die Ertrags- und Qualitätssicherheit gefährden. Darüber hinaus müsse auch die Landwirtschaft ihren Anteil am Klimaschutz leisten. Das Klimaschutzgesetz schreibt für den Sektor eine Minderung der jährlichen Treibhausgasemissionen auf 56 Mio. Tonnen CO2-Äquivalente im Jahr 2030 vor. „Doch auch bei der Verfolgung von ambitionierten Umwelt- und Klimazielen müssen Versorgungssicherheit und Wirtschaftlichkeit immer mitgedacht werden“, gab der CSU-Politiker zu bedenken.
Erweiterung der Qualitätskriterien für Backweizen
Bei dem Treffen in Berlin haben die Beteiligten der Backweizen-Initiative darüber hinaus eine gemeinsame Erklärung unterzeichnet, in der sie ihren Willen bekräftigen, die Treibhausgasemissionen durch die Entwicklung von klimaoptimierten Anbau- und Verarbeitungssystemen weiter zu mindern. Dafür soll geprüft werden, wie die Qualitätskriterien für Backweizen erweitert werden können. Denn aktuell hängt die Qualitätseinstufung des Backweizens hauptsächlich vom gemessenen Rohproteingehalt im Weizenkorn ab.
Laut Ministeriumsangaben zeigen neue Untersuchungen aber, dass stickstoffeffiziente Sorten bei vergleichsweise niedrigem Proteingehalt gute Backeigenschaften mitbringen. Das BMLEH setzt sich daher gemeinsam mit den Verbänden der Initiative Backweizen dafür ein, dass solche Sorten verstärkt genutzt werden, um einen Beitrag zum Klimaschutz zu leisten.

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