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Neuseeland: Fonterra stellt Rekordmilchpreis in Aussicht

Für die kommende Saison 2021/22 dürfen Milcherzeuger in Neuseeland auf hohe Auszahlungspreise hoffen.
Quelle: Archiv

Der neuseeländische Molkereikonzern Fonterra hat seinen Milchlieferanten für die am 1. Juni beginnende Saison 2021/22 Hoffnung auf sehr gute Auszahlungspreise gemacht. Wie die Molkereigenossenschaft am 26.5. mitteilte, wird der Preis für ein Kilogramm Milchfeststoff laut der Eröffnungsprognose zwischen 7,25 NZ $ (4,27 Euro) und 8,74 NZ$ (5,15 Euro) liegen. Im Mittel also bei 8,00 NZ$ (4,71 Euro). Der bisher höchste Eröffnungsmilchpreis einer Saison lag bei 7,00 NZ$ (4,12 Euro). Für die laufende Saison wurden zuletzt im Spannenmittel 7,55 NZ$ (4,44 Euro) angegeben. Endgültig festgelegt wird die Auszahlungsleistung für 2020/21 erst im September. Dem Unternehmen zufolge sorgen die konjunkturelle Verbesserung der Weltwirtschaft und die im Verhältnis zum Angebot starke Nachfrage für Milchprodukte für den positiven Ausblick.

„Die weltweite Nachfrage nach Milchprodukten, insbesondere nach neuseeländischen, wächst weiter“, erklärte Fonterra-CEO Miles Hurrel. Dabei sei China führend, da sich seine Wirtschaft stark erhole. Zudem scheine das Wachstum der globalen Milchproduktion verhalten. Weiters sei die Versorgung mit dem für Neuseeland wichtigen Produkt Vollmilchpulver begrenzt. „Wir erwarten, dass sich die Vollmilchpulverpreise in naher Zukunft auf dem aktuell hohen Niveau halten werden“, so Hurrell. Allerdings gebe es mittelfristig auch Risiken. Dazu zählten die Folgen der Corona-Pandemie, die noch nicht vorbei sei. Weiters Wechselkursschwankungen, Änderungen der Angebots- und Nachfragesituation oder die Auswirkungen geopolitischer Spannungen. Aufgrund der Unwägbarkeiten habe die Genossenschaft die Spanne bei der Milchpreisprognose für 2021/22 bewusst sehr weit gefasst. Hurrell wies zudem darauf hin, dass die höheren Milchpreise die Inputkosten der Genossenschaft erhöhten. Weiters verhinderten bestehende Verträge eine zügige Weitergabe an Kunden. Dies habe im Geschäftsjahr 2020/21 bereits im dritten Quartal die Gewinnmargen belastet und werde das auch im vierten tun.

Fonterra macht höheren Gewinn

In den ersten neun Monaten des noch bis zum 31. Juli laufenden Geschäftsjahres 2020/21 verzeichnete Fonterra einen Rückgang beim Verkaufsvolumen um 1,1 % auf 3,05 Mio t und beim Umsatz von 3,3 % auf 15,49 Mrd NZ$ (9,11 Mrd Euro). Doch bei den entscheidenden Zahlen des normalisierten Ergebnisses vor Zinsen und Steuern (EBIT) wurde eine Verbesserung um 17,7 % auf 959 Mio NZ$ (564 Mio Euro) und beim bereinigten Gewinn nach Steuern sogar ein Plus von 60,8 % auf 587 Mio NZ$ (345 Mio Euro) erzielt.

Einen großen Anteil an der positiven Entwicklung hatte das florierende Geschäft mit China einschließlich Taiwan und Hongkong. Dort legte das EBIT gegenüber den ersten neun Monaten des Geschäftsjahres 2019/20 um 30 % auf 457 Mio NZ$ (269 Mio Euro) zu. „Unser herausragender Performer ist weiterhin China“, hob Hurrel hervor und verwies auf deutliche Zugewinne im dortigen Foodservicebereich und die zuletzt gestiegenen Bruttomargen. Dagegen war das EBIT im asiatisch-pazifischen Raum um 10 % auf 224 Mio NZ$ (132 Mio Euro) rückläufig. Dies lag am schwachen Geschäft mit Ingredienzien. Lobend hob der Fonterra-CEO hervor, dass die Betriebskosten der Molkereigenossenschaft seit Jahresbeginn um 5 % gesunken seien und der Schuldenabbau die Zinslast in den ersten drei Quartalen um 69 Mio NZ$ (41 Mio Euro) gedrückt habe. AgE (Umrechnungskurs: 1 NZ$ = 0,5883 Euro)

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