KommentarNichts dazugelernt? Kommentar zu den hohen Spritpreisen

Nichts dazugelernt? Kommentar zu den hohen Spritpreisen

Erschienen in: LANDWIRT 07/2026

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Wieder ist es ein Krieg, der seit Anfang März den Rohölpreis und damit die Spritkosten in die Höhe schnellen lässt – diesmal im Nahen Osten. Fast genau vier Jahre zuvor sorgte der Kriegsausbruch in der Ukraine dafür, dass Treibstoffpreise hierzulande die Marke von zwei Euro pro Liter knackten. Wer hätte gedacht, dass sich derartige Szenarien so rasch wiederholen würden? Und wer hat sich spätestens seitdem wirksame Methoden überlegt, derart hohe Preise zu verhindern oder zumindest abzubremsen? Die Regierungen in Österreich und Deutschland offenbar nicht oder nur halbherzig. Anders lässt sich der „Eiertanz“ nicht erklären, bis man sich nun langsam zu ersten Maßnahmen durchringen konnte.

Diesel einsparen…

Wie Sie den Dieselverbrauch reduzieren können, haben wir Ihnen immer wieder in einigen Artikeln aufgezeigt und zuletzt hier für Sie zusammengefasst. Damit lassen sich im besten Fall aber „nur“ bis zu 15 % einsparen. Das kompensiert die hohen Preise also nur zum Teil. Und wer ohnehin schon bisher sämtliche Methoden einer kraftstoffsparenden Bewirtschaftung umgesetzt oder ausgereizt hat (wie zum Beispiel Reifendruck anpassen, Arbeitstiefe verringern, Verschleißteile von Maschinen erneuern, etc.), der hat kaum noch Einsparpotenzial.

…oder Diesel ersetzen?

Bleiben noch alternative Kraftstoffe wie HVO bzw. E-Fuels, über die wir gerade in der aktuellen LANDWIRT-Ausgabe (6/2026) unter anderem berichten. Vieles davon steckt noch in der Entwicklung. Von der Marktreife bzw. einem wirtschaftlichen Einsatz sind die Alternativen teilweise noch weit entfernt.

Und kaum jemand hat das Thema „Pflanzenöl als Treibstoff“ noch am Schirm. Begriffe wie „Zweitanksystem“ wirken, als stammten sie aus einer längst vergangenen Zeit. Nur wenige Enthusiasten setzen heute noch auf Pflanzenöl. Die Teller-Tank-Diskussion tat und tut ihr Übriges, um diesem Verfahren den Durchbruch zu verwehren. Ironie der Geschichte: Rudolf Diesel, der Erfinder des nach ihm benannten Verbrennungsmotors, entwickelte diesen auf Basis von Pflanzenöl als Treibstoff – das war übrigens um die vorletzte Jahrhundertwende, also vor über 125 Jahren.

Kernfrage: Wie lange werden der neue Krieg und dessen Folgen andauern?

Die Regierungen in Wien und Berlin arbeiten erst jetzt nach einigem Zögern an Maßnahmen, um die Treibstoffpreise zu senken – Stichwort Spritpreisbremse. Das ist zu begrüßen, aber längst überfällig. Und es wird nach den vorliegenden Entwürfen nicht reichen, um die horrenden Preise auf ein erträgliches Niveau zurückzubringen. Aus der Situation in 2022 hätte man lernen können und sollen. Denn eine Entspannung der geopolitischen Lage – und damit eine Entspannung der Rohöl- und Dieselpreise – könnte noch einige Zeit auf sich warten lassen.

Wie stark belasten die aktuell hohen Dieselpreise Ihren Betrieb?

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