Die Ausgaben österreichischer Haushalte für Lebensmittel sind laut Konsumerhebung 2024/25 leicht gesunken. Ihr Anteil liegt unter dem EU-Durchschnitt – dennoch warnt die Lebensmittelindustrie vor neuen Kostenrisiken.
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Der Anteil der Ausgaben österreichischer Haushalte für Ernährung ist leicht zurückgegangen.
Quelle: PhotoSGH-scaled/shutterstock.com
Der Anteil der Ernährung an den Verbrauchsausgaben privater Haushalte in Österreich ist leicht gesunken. Das zeigt die Konsumerhebung 2024/25, die nun von Statistik Austria vorgelegt wurde. Demnach entfielen monatlich durchschnittlich 11,6 % der Haushaltsausgaben auf Lebensmittel und alkoholfreie Getränke. Bei der letzten Konsumerhebung 2019/20 lag dieser Anteil noch bei 12,1 %.
Für den Fachverband der Lebensmittelindustrie ist dies ein klarer Beleg dafür, dass Lebensmittel und alkoholfreie Getränke nicht der Haupttreiber der Teuerung in Österreich sind. Heute geben die Österreicherinnen und Österreicher vergleichsweise sogar weniger Geld für Lebensmittel aus als noch vor fünf Jahren. Die größten Belastungen für die Haushalte entstehen weiterhin durch Wohnen und Energie, die zusammen 26,4 % der Ausgaben ausmachen.
Unter dem EU-Durchschnitt
Im EU-Vergleich liegt Österreich im unteren Bereich, betonte die Geschäftsführerin des Verbandes, Katharina Koßdorff. Laut der europäischen Statistikbehörde Eurostat lag der Anteil der Ausgaben für Ernährung und alkoholfreie Getränke im Kalenderjahr 2024 EU-weit bei durchschnittlich 13,2 %; in Österreich waren es hingegen nur 10,2 %. „Das unterstreicht, dass Lebensmittel hierzulande im Vergleich zur EU nicht überdurchschnittlich teuer sind“, hob Koßdorff hervor.
Die Lebensmittelindustrie befürchtet allerdings steigende Kosten bei Energie und Logistik infolge des militärischen Konflikts im Iran und im gesamten Nahen Osten. Blockierte Transportwege und angespannte Lieferketten könnten zu Engpässen führen. Sollten die Energiepreise erneut stark steigen, würden sich unweigerlich auch Konsumgüter wie Lebensmittel verteuern. Das wäre ein Worst-Case-Szenario, da die Standortkosten in Österreich ohnehin bereits höher liegen als in anderen EU-Mitgliedstaaten.
Der Verband plädiert daher für politische Maßnahmen zur Senkung der Standortkosten – „statt politische Eingriffe wie Margenkontrollen oder Preiskommissionen bei Lebensmitteln überhaupt in Erwägung zu ziehen“.
Die gesamten durchschnittlichen Verbrauchsausgaben privater Haushalte in Österreich lagen laut Konsumerhebung 2024/25 bei 4.170 Euro pro Monat. Die Äquivalenzausgaben – also die bedarfsgewichteten Pro-Kopf-Ausgaben eines Haushalts – betrugen monatlich 2.760 Euro. Quelle: AgraEurope
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