In Österreich soll die vielfach geforderte Herkunftskennzeichnung in der Gastronomie nun konkret ausgearbeitet werden. Bauernbund-Präsident Georg Strasser kündigte am 26. Juni an, dass gemeinsam mit den relevanten Interessensvertretungen entlang der Wertschöpfungskette ein System entwickelt werden soll, das breite Akzeptanz findet und praxistauglich ist. Vorgesehen ist eine schrittweise Einführung für Fleisch, Milch und Eier nach dem Modell „AT-EU-Non-EU“. Die Teilnahme soll zunächst auf freiwilliger Basis erfolgen.
Landwirtschaftskammer erarbeitet Konzept
Initiiert wurde das Projekt von der Landwirtschaftskammer Österreich (LKÖ). LKÖ-Präsident Josef Moosbrugger erklärte, bislang sei vor allem darüber diskutiert worden, warum eine Herkunftskennzeichnung nicht umsetzbar sei. Nun solle ein konkretes System entwickelt werden.
Geplant ist ein einfaches, möglichst automatisiertes Verfahren, das für Gastronomiebetriebe praktikabel und unbürokratisch ist und gleichzeitig nachvollziehbar ausweist, aus welchem Herkunftsraum die tierischen Primärzutaten Milch, Fleisch und Eier stammen.
Moosbrugger betonte, dass die Umsetzung Zeit benötige und zahlreiche Detailfragen zu klären seien. Eine flächendeckende Transparenz könne nur gelingen, wenn das System auch breite Akzeptanz finde. Mit dem Projekt „Gut zu Wissen“ seien dafür bereits wichtige Vorarbeiten geleistet worden.
Positive Reaktionen aus der Landwirtschaft
Die Ankündigung wurde von mehreren Organisationen positiv aufgenommen. Der niederösterreichische Bauernbund sieht darin einen wichtigen Schritt für mehr Transparenz, faire Wettbewerbsbedingungen und eine bessere Orientierung der Konsumenten.
Bio Austria bezeichnet die freiwillige Herkunftskennzeichnung als wichtigen ersten Schritt, fordert langfristig jedoch eine verpflichtende Regelung. Auch der Verein „Land schafft Leben“ begrüßte die Initiative und verwies darauf, dass nun eine verbindliche Umsetzung entscheidend sei. AgE
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