ForstPilze machen den Wald widerstandsfähiger

Pilze machen den Wald widerstandsfähiger

Erschienen in: LANDWIRT im Wald 01/2026

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Neuere Forschungsergebnisse zeigen zudem, dass bestimmte Mykorrhiza-Pilzarten Nährstoffe direkt aus organischem Material aufnehmen können.
Quelle: KYTan/shutterstock.com
Mykorrhizapilze verbinden sich mit den Wurzeln der Bäume und vergrößern deren Aufnahmefläche im Boden um ein Vielfaches. So gelangen Wasser und Nährstoffe effizienter in den Baum – ein klarer Vorteil in trockenen Jahren. Im Gegenzug versorgt der Baum die Pilze mit Zucker aus der Photosynthese. „Pilz und Baum bilden eine Partnerschaft, von der beide profitieren“, erklärt Mathias Mayer vom Institut für Waldökologie an der BOKU und Leiter des Projekts MykoResi.

Neuere Forschungsergebnisse zeigen zudem, dass bestimmte Mykorrhiza-Pilzarten Nährstoffe direkt aus organischem Material aufnehmen können. Für die Bäume bedeutet das einen zusätzlichen Vorteil: Sie sind weniger darauf angewiesen, dass andere Bodenorganismen organisches Material zunächst abbauen und die darin gebundenen Nährstoffe verfügbar machen.

Was MykoResi im Wienerwald erforscht

MykoResi untersucht alte Waldbestände im Wienerwald entlang unterschiedlicher Standort- und Wachstumsbedingungen. Mithilfe moderner DNA-Analysen erforscht das Team die Vielfalt der Mykorrhizapilze und verknüpft diese Daten mit Baumwachstum, Bodeneigenschaften und Jahrringanalysen. Letztere zeigen, wie Bäume in besonders trockenen Jahren der letzten vier Jahrzehnte reagiert haben. So lässt sich untersuchen, ob widerstandsfähigere Bestände mit spezifischen oder stabileren Pilzgemeinschaften verbunden sind.

„Wir wollen herausfinden, ob Wälder, die Trockenperioden besser überstehen, mit anderen Pilzgemeinschaften verknüpft sind“, so Mayer. „Diese unterirdischen Netzwerke könnten ein bislang unterschätzter Schlüssel für zukunftsfitte Wälder sein.“

Bedeutung für die Forstpraxis

Die Ergebnisse sind auch für die Waldbewirtschaftung relevant: Werden Wälder vollständig geräumt oder sterben großflächig ab, verschwinden viele der spezialisierten Pilze. Ohne natürliche Verjüngung gehen diese unterirdischen Netzwerke innerhalb weniger Jahre vollständig verloren.

Schonende Bewirtschaftungsansätze wie die „Continuous Root Forestry“ könnten dem entgegenwirken. Dabei bleiben bei der Holzernte bewusst einzelne Altbäume stehen, um das unterirdische Pilznetzwerk und das Bodenleben zu erhalten und an die nächste Baumgeneration weiterzugeben. Eine weitere Frage ist dabei auch, inwieweit die Baumartenwahl die Zusammensetzung der Mykorrhizapilze beeinflusst – ein Aspekt von großer Bedeutung für zukünftige Aufforstungen.

„Es gibt keine one-size-fits-all-Lösung“, so Mayer abschließend. „Man muss sich anschauen, auf welchem Standort der Wald wächst und welches Mikrobiom vorherrscht. Wenn wir Wälder langfristig stabil halten wollen, müssen wir sie als Gesamtsystem verstehen – oberirdisch und unterirdisch.“

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