Die Mitglieder der Pinzgau Milch Genossenschaft haben im Rahmen der 66. Generalversammlung im Ferry-Porsche Congress Center in Zell am See mit großer Mehrheit dem Zusammenschluss mit der Salzburg Milch zugestimmt. Ziel der Fusion ist die langfristige Absicherung des Produktionsstandortes Maishofen sowie der bäuerlichen Milchproduktion im Pinzgau.
Nach Angaben von Obmann Gerhard Buchner soll der Zusammenschluss dazu beitragen, die regionale Wertschöpfung im Pinzgau zu sichern und die Wettbewerbsfähigkeit der Salzburger Milchwirtschaft zu stärken. Langfristig soll damit auch die Auszahlung eines attraktiven Milchgeldes an die Lieferanten unterstützt werden.
Veränderte Rahmenbedingungen in der Milchwirtschaft
Die Pinzgau Milch blickt auf wirtschaftlich erfolgreiche Jahre zurück. Gleichzeitig haben sich die Rahmenbedingungen für Molkereien und Käsereien in den vergangenen Jahren deutlich verändert. Wachsende Betriebsgrößen, steigende Investitionserfordernisse, zusätzliche regulatorische Anforderungen und ein intensiver Wettbewerb erhöhen den Druck auf die Unternehmen der Branche.
Geschäftsführer Hannes Wilhelmstätter sieht im Zusammenschluss die Möglichkeit, den Standort Maishofen weiterzuentwickeln. Die Mitgliedsbetriebe sollen von einer stärkeren Marktposition, größerer Investitionskraft und zusätzlichen Entwicklungsmöglichkeiten profitieren. Zudem werden Synergien unter anderem bei der Auslastung von Maschinen erwartet.
Nach Angaben der Verantwortlichen wurde der Zeitpunkt für die Fusion bewusst gewählt. Viele Molkereien und Käsereien hätten in den vergangenen Jahrzehnten aus wirtschaftlichen Gründen ihren Betrieb einstellen müssen. Mit dem Zusammenschluss sei frühzeitig ein strategischer Partner gefunden worden.
Eigenständige Geschichte endet
Mit der Generalversammlung endet die eigenständige Geschichte der Pinzgau Milch Genossenschaft, die die Entwicklung der Landwirtschaft im Pinzgau über Jahrzehnte mitgeprägt hat. Das Unternehmen entwickelte sich von einer regionalen Molkerei zu einem Spezialisten in verschiedenen Marktsegmenten.
Ein wichtiger Meilenstein war der frühe Einstieg in die Biomilchproduktion gemeinsam mit REWE. Dadurch entstanden für viele Betriebe neue Perspektiven. Die Entwicklung trug dazu bei, dass sich der Pinzgau zu einer bedeutenden Bioregion Österreichs entwickelte.
Einen weiteren Entwicklungsschritt stellte der Einstieg in die Produktion von Säuglings- und Kleinkindernahrung dar. Dafür waren hohe Qualitätsstandards, moderne Produktionsverfahren und entsprechendes Fachwissen erforderlich. Dieses Geschäftsfeld stärkte die Bedeutung des Standortes Maishofen über die Landesgrenzen hinaus.
Neues Kapitel mit Salzburg Milch
Mit der Zustimmung der Mitglieder beginnt nun die Integration in die Salzburg Milch. Laut Aufsichtsratsvorsitzendem Johann Saller-Kraft sollen die Werte und Stärken der Pinzgau Milch in der gemeinsamen Organisation weitergeführt werden. Gleichzeitig bleibe das Ziel bestehen, den Milchbauern einen verlässlichen Partner zu bieten und die Zukunft der Milchwirtschaft in Salzburg langfristig abzusichern. Die hohe Zustimmung der Mitglieder wird von den Verantwortlichen als klares Signal für den eingeschlagenen Weg gewertet.
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