Wetterextreme und steigende Temperaturen machen unseren Kulturpflanzen zu schaffen. Aber nicht nur die Landwirte rüsten sich durch neue Bodenbearbeitungsformen und technische Lösungen für die Klimaveränderungen. Auch die österreichischen Pflanzenzüchter arbeiten daran unsere Kulturpflanzen besser an Trockenheit oder Starkniederschläge anzupassen. Um einen Einblick in die Arbeit der Pflanzenzüchter zu bekommen, veranstaltete die LK-Oberösterreich von 11.-13. Mai eine Reise quer durch Österreichs Ackerbauregionen um einen Einblick in die Züchterarbeit zu gewähren. Besonders erfolgreich ist momentan die österreichische Sojazucht. Über 60 Sojasorten wurden seit dem Start des Zuchtprogramms vor 25 Jahren registriert. Aber nicht nur im Inland sind die Sorten beliebt. Rund 20 % der gesamten europäischen Sojafläche werden mit den Sorten aus Reichersberg am Inn bestellt. Dass die österreichische Züchterarbeit im wahrsten Sinne des Wortes Früchte trägt, zeigt sich auch bei den Erträgen. In den letzten 10 Jahren konnten die Hektarerträge in Oberösterreich im Schnitt um rund eine Tonne angehoben werden. Einen großen Anteil dieser Steigerung machen nicht zuletzt die besseren Sorten aus.
Im Gegensatz zu den Ertragsteigerungen im Oberösterreichischen Feuchtgebiet, stagnieren im Osten Österreichs die Erträge schon seit vielen Jahren. Grund hierfür ist die extreme Trockenheit bedingt durch den Klimawandel. Auch die Saatgutbranche, die viele Vermehrungsflächen im Osten von Österreich hat, leidet stark unter der zunehmenden Trockenheit. Im Seewinkel müssen die Vermehrungsflächen teilweise bis zu vier Mal bewässert werden, erklärte der Saatmaisvermehrer Helmut Meszaros aus Tadten. Um Wasser zu sparen wird in der Maisvermehrung teilweise schon auf die Technik der Tröpfchenbewässerung zurückgegriffen. Bei Ackerkulturen, bei der sich die Bewässerung und Düngung nicht mehr auszahlen, wird in Ostösterreich auf eine extensive Betriebsstrategie gesetzt. So werden in Teilen des Nördlichen Burgendlands 80 % der Flächen biologisch bewirtschaftet, so Kammervizepräsident Werner Falb-Meixner.
Das Klima wird in erster Linie heißer und erst in der Konsequenz daraus trockener, erklärte Johann Birschitzky beim Besuch der Saatzucht Probstdorf. Da sich das Klima in Ostösterreich immer stärker an Länder wie die Türkei oder Rumänien angleicht, wird bei der Züchtung von neuen Weizensorten in Probstdorf verstärkt auf Züchtungsmaterial aus diesen Ländern zurückgegriffen. Eine Schlüsselrolle gegen den Klimawandel könnten auch neue Züchtungstechniken wie CRISPR/CAS sein. Hermann Bürstmayr von der Universität für Bodenkultur zeigte auf, wo Möglichkeiten und Grenzen von neuen Züchtungstechniken liegen. Es zeigte sich, dass auch die Gentechnik keine Patentlösungen gegen den Klimawandel liefert.




Kommentare