Die Nachfrage nach psychosozialer Beratung in der Landwirtschaft ist 2025 weiter gestiegen. Nach Angaben der Initiative „Lebensqualität Bauernhof“ wurden österreichweit 894 Beratungsfälle verzeichnet. Am Bäuerlichen Sorgentelefon gab es im selben Jahr 515 Gespräche, seit dem Start des Angebots waren es mehr als 11.000.
Anlässlich des Weltgesundheitstages am 7. April verweist die Landwirtschaftskammer Österreich auf bestehende Unterstützungsangebote für bäuerliche Familien. Bundesbäuerin Irene Neumann-Hartberger betont, dass die Belastungen am Hof oft Betrieb, Familie und mehrere Generationen gleichzeitig betreffen.
Konflikte in Familie und Betrieb im Mittelpunkt
In den Beratungsgesprächen geht es seit Jahren um ähnliche Themen. Im Vordergrund stehen Generationenkonflikte, persönliche und partnerschaftliche Probleme sowie Fragen rund um Hofübergabe und Hofübernahme. Laut Bundeskoordinatorin Ines Jernej zeigt die Entwicklung, dass viele Betroffene Unterstützung bei komplexen Belastungen im familiären und betrieblichen Umfeld suchen.
Studie zeigt deutliche Belastungen
Eine vom BMLUK beauftragte Studie zu sozialen und psychischen Belastungen in der Land- und Forstwirtschaft unterstreicht den Handlungsbedarf. Die Mehrheit der Befragten berichtet von mittleren Belastungen, ein Drittel von hohen Belastungen. Als entlastend nennen die Befragten vor allem die Unterstützung durch Familie und Freunde, naturnahe Arbeitsaufgaben und das Sinnerleben in der landwirtschaftlichen Tätigkeit. Zugleich wünschen sich viele bessere Informationen über bestehende Hilfsangebote.
Kampagne und Bildungsangebote
Mit der Kampagne „Happy am Hof“ wollen der Maschinenring, „Lebensqualität Bauernhof“ und die SVS bestehende Unterstützungsangebote sichtbarer machen. Dazu zählen arbeitspsychologische Beratung, wirtschaftliche Betriebshilfe und das Bäuerliche Sorgentelefon. Gabriela Hinterberger vom Projekt „Gsund bleiben“ beim Maschinenring Österreich sagt, Ziel sei es, Betroffene schneller zu passender Unterstützung zu führen.
„Lebensqualität Bauernhof“ stützt sich auf drei Bereiche: das Bäuerliche Sorgentelefon, psychosoziale Beratung und Bildungsangebote. 2025 wurden dazu 182 Veranstaltungen mit rund 8.000 Teilnehmern durchgeführt.
Kontakt
Das Bäuerliche Sorgentelefon ist von Montag bis Freitag, außer an Feiertagen, unter 0810 676 810 erreichbar. Das Angebot ist anonym und niederschwellig. Die Kosten liegen bei rund 1,30 Euro pro Stunde.

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