Agrarpolitik„Refit“-Programm für die GAP nötig

„Refit“-Programm für die GAP nötig

Wie rasch ein lokaler Konflikt großräumige wirtschaftliche Verwerfungen nach sich ziehen kann, zeigt der Überfall Russlands auf die Ukraine. Neben menschlichem Leid und Zerstörung, steht die Landwirtschaft dort faktisch still. Die Folge: Eklatante Preissteigerungen bei Getreide, Pflanzenölen, Gas und Erdöl.

Deswegen muss die EU-Politik aus ihrer Hängematte heraus, und nach dem Fall der alten europäischen Weltordnung ihre 30-jährige Komfortzone verlassen. Der Hut brennt lichterloh, Beruhigungspillen und Schönsprechansagen sind passé.

Was bringt militärische Nachrüstung, wenn die Grundversorgung mit Nahrungsmitteln und Energie – lokal wie global – ungeklärt ist? In Sachen Energie aus nachwachsenden Rohstoffen haben wir die Hausaufgaben seit Jahren auch nicht gemacht. Dieser Betriebszweig wurde immer wieder nur mit Fördergeld gerade noch am Leben erhalten.

Der Offenbarungseid der Politik ist überfällig: Die EU und ihre Mitglieder müssen zeigen, wie sie es mit ihren bisherigen Ansagen und Versprechen halten.

In der Landwirtschaft braucht es zudem eine Überarbeitung der aktuellen EU-Strategien – ein „Refit“-Programm für die GAP. Die Lösung dabei muss lauten: Weg mit Zwangsbrachen und Bewirtschaftungsauflagen von landwirtschaftlichen Flächen. Denn ohne eigener Ernährungssouveränität gibt es keine Versorgungssicherheit!

Es sei denn, die EU will den neuen „internationalen Wirtschaftskrieg“ neben Russland und der Ukraine verlieren. Die Oberfreihändler USA haben diesen noch lange nicht gewonnen. Letztlich könnte China der lachende Nutznießer sein.

HINWEIS: Lesen Sie dazu auch unseren UKRAINE-Beitrag.