AckerbauAlternative KulturenSojabohneRegionale Eiweißversorgung gewinnt an Bedeutung

Regionale Eiweißversorgung gewinnt an Bedeutung

0:00 0:00
Hände mit Sojabohnen
Quelle: DIE SAAT

Die Bedeutung regionaler Eiweißversorgung nimmt in Landwirtschaft und Lebensmittelwirtschaft weiter zu. Die RWA baut aus diesem Grund die heimische Züchtung, Forschung und Vermarktung von Eiweißpflanzensaatgut aus . Ziel ist es, die Versorgung Österreichs mit hochwertigen Proteinkulturen langfristig abzusichern und Importabhängigkeiten zu reduzieren.

Steigende Nachfrage nach Eiweißpflanzen

Laut RWA befindet sich die landwirtschaftliche Eiweißversorgung in Europa im Wandel. Die Nachfrage nach Soja, Lupine und Ackerbohne steige, zugleich gewännen bislang weniger etablierte Kulturarten an Bedeutung. Österreich zählt derzeit zu den größten Sojaproduzenten Europas und liegt bei den Anbauflächen auf Rang vier. Rund 90.000 Hektar Ackerfläche werden hierzulande für die Sojaproduktion genutzt.

Über die Saatzucht Gleisdorf werden unter anderem Mais, Ölkürbis, Ackerbohne, Sojabohne, Körnerhirse, Käferbohne sowie Zwischenfrüchte züchterisch bearbeitet. Dort erfolgt auch die Produktion von Basissaatgut. Nach Angaben des Unternehmens wurden die Zuchtprogramme in den vergangenen Jahren ausgebaut und an veränderte Markt- und Klimabedingungen angepasst.

Breite Produktions- und Versuchsinfrastruktur

Der RWA-Lagerhaus-Verbund verfügt nach eigenen Angaben über eine Produktionskapazität von rund 100.000 Tonnen Getreidesaatgut. In Zentraleuropa stehen etwa 25.000 Hektar Vermehrungsflächen zur Verfügung. 95 Versuchsstandorte in Österreich und weiteren europäischen Ländern liefern Daten zur Optimierung von Ertrag, Eiweißgehalt und Klimaresilienz. Zusätzlich bestehen rund 100 Verträge mit internationalen Züchtungspartnern.

Im Bereich der sogenannten Agro-Proteine liegt der Schwerpunkt auf der Weiterentwicklung von Soja, Ackerbohne, Erbse und anderen Eiweißpflanzen. Ziel sei es, Sorten zu entwickeln, die hohe Proteingehalte mit Ertragsstabilität, regionaler Anpassungsfähigkeit und Trockenheitsverträglichkeit verbinden.

Innovationsprojekte zu alternativen Proteinen

Parallel zur klassischen Pflanzenzüchtung arbeitet das Agro Innovation Lab der RWA an neuen Proteinquellen. Im Rahmen der Initiative „Proteinnovation Discovery“ werden Start-ups eingeladen, Lösungen für pflanzenbasierte, fermentative oder alternative Proteine zu entwickeln. Dazu zählen unter anderem Verfahren zur Fermentation, zur Nutzung landwirtschaftlicher Nebenströme sowie zur Herstellung von Proteinen aus Pilzmyzel oder Algen.

Nach Angaben des Unternehmens soll die Kombination aus Züchtung, landwirtschaftlicher Praxis, Verarbeitung und technologischer Innovation dazu beitragen, die regionale Proteinversorgung langfristig zu sichern.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Warenkorb

Der Warenkorb ist leer.
Gesamt: 0,00