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Reinhild FRECH-EMMELMANN: Österreich hat mich schon immer angezogen. Da mein Mann und ich in Niederbayern kein passendes Objekt fanden, beschlossen wir, nach Österreich zu gehen. Wir waren öfters auf Konzerte in einem Schloss im Waldviertel eingeladen. Durch Zufall fanden wir dort einen stillgelegten Hof. Das ist mittlerweile 40 Jahre her.
Wenig Fläche, marode Gebäude… wie haben Sie zu wirtschaften begonnen?
Der Betrieb bestand aus einem Bauernhaus, das damals fast zerfallen war, und drei Hektar landwirtschaftliche Nutzfläche. Sonst gab es nichts, nicht einmal eine Hecke. Also habe ich zuerst damit begonnen, eine Hecke um die drei Hektar anzulegen. Ich wurde damals für verrückt erklärt, weil die Hecken den wenigen Eigengrund noch einmal um zehn Prozent verkleinerten. Damals war es ja üblich, Hecken wegzuräumen. Kurz nachdem wir uns hier niedergelassen hatten, begann ich, mit einer befreundeten Biologin Projekte zu machen, etwa zu Wildäpfeln in Hecken oder zur Veredelung von Birnen. Da mein Mann und ich im Hauptberuf Keramiker waren und nicht von der Landwirtschaft leben mussten, dienten unsere Flächen sozusagen als Spielwiese für Versuche. Auf meinen drei Hektar baute ich Getreide, hauptsächlich Roggen, an. Hätte ich hundert Hektar Fläche gehabt, wäre ich sicher in die Getreidezüchtung gegangen.
Wie kamen Sie vom Getreide zum Gemüse?
Ich bin in Baden an der Schweizer Grenze aufgewachsen. Dort gab es damals deutlich mehr Gemüsevielfalt als in Österreich.
Was der Artikel noch bereithält:
- Die Bedeutung der Hofindividualität für die Betriebsentwicklung
- Von der Hobbygärtnerin zur Unternehmerin
- Darum lohnt es sich für Gemüsebauern, samenfestes Saatgut zu verwenden
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