Die Temperaturen stiegen in Frankreich zuletzt auf bis zu 44,3 °C. Besonders hart traf die Hitze die Regionen Bretagne und Pays de la Loire, in denen rund 60 % des französischen Geflügelbestands gehalten werden. Meteorologen erwarten, dass die Hitzewelle weiter anhält.
Weiterführende Informationen
Hitzestress bei Geflügel vermeiden
Entsorgung kommt nicht mehr nach
Nach Angaben des französischen Geflügelverbands Anvol starben mindestens mehrere hunderttausend Tiere an den Folgen der Hitze. Eine endgültige Schadensbilanz liegt noch nicht vor.
„In unseren beiden größten Geflügelregionen beobachten wir eine überdurchschnittliche Sterblichkeit aufgrund der Hitze“, erklärte Anvol-Vorsitzender Yann Nedelec. Betroffen seien sowohl Tiere in Stallhaltungen als auch in Freilandbeständen.
Die Landwirtschaftskammern der Bretagne und der Pays de la Loire warnen ebenfalls vor einem massiven Geflügelsterben. Weil die Tierkörperbeseitigungsdienste die Kadaver nicht mehr zeitnah abholen können, prüfen die Behörden Ausnahmeregelungen. Demnach könnten Landwirte die verendeten Tiere nach technischen und umweltrechtlichen Prüfungen direkt auf ihren Betrieben vergraben.
Bis dahin empfehlen die Landwirtschaftskammern, die Kadaver mit Sägemehl oder Holzspänen abzudecken, um austretende Flüssigkeiten zu binden.
Zentrum der französischen Geflügelhaltung betroffen
Frankreich ist nach Polen und Spanien der drittgrößte Geflügelproduzent der Europäischen Union. Fast 60 % des Geflügelbestands stehen in den Regionen Bretagne und Pays de la Loire. Ein typischer Geflügelstall umfasst rund 20.000 Tiere, viele Betriebe bewirtschaften zwei oder mehr Ställe.
Die aktuelle Hitzewelle zählt zu den stärksten, die Frankreich jemals im Juni erlebt hat. Hohe Temperaturen setzen Geflügel besonders unter Stress, da Hühner und Puten überschüssige Körperwärme nur eingeschränkt abgeben können. Steigen die Temperaturen über längere Zeit stark an, können die Verluste innerhalb kurzer Zeit erheblich sein.
10 Tipps gegen Hitzestress bei Geflügel
- Lüftung optimieren: Lüftungsanlage regelmäßig kontrollieren und an hohe Temperaturen anpassen.
- Luftaustausch erhöhen: In Hitzeperioden die Luftwechselrate steigern.
- Zusätzliche Kühlung einsetzen: Kühlpads oder Wasservernebelung gezielt nutzen.
- Frisches Wasser bereitstellen: Ständig ausreichend sauberes Trinkwasser anbieten.
- Tränken kontrollieren: Durchfluss sowie Sauberkeit von Nippeln und Schalen täglich prüfen.
- Zu kühlen Tageszeiten füttern: Fütterung in die Morgen- oder Abendstunden verlegen.
- Bestandsdichte reduzieren: Überbelegung vermeiden, damit die Tiere Wärme besser abgeben können.
- Für Schatten sorgen: Ställe und Ausläufe vor direkter Sonneneinstrahlung schützen.
- Tiere genau beobachten: Auf Schnabelatmung, Hecheln oder Apathie als Warnzeichen achten.
- Notfallplan bereithalten: Maßnahmen für extreme Hitze frühzeitig festlegen und vorbereiten.
Kommentare