RindRind- und Lammfleischpreise in Russland steigen

Rind- und Lammfleischpreise in Russland steigen

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In den vergangenen Jahren wurde der Rinderbestand in Russland sukzessive abgebaut.
Quelle: William Edge / shutterstock.com

Russlands Verbraucher müssen derzeit für Rind- und Lammfleisch tief in die Tasche greifen – und es könnte noch teurer werden. Wie die Zeitung Kommersant berichtet, sind die Einzelhandelspreise für diese beiden Fleischsorten in den vergangenen Monaten deutlich stärker gestiegen als für Schweine- und Geflügelfleisch. Lammfleisch verteuerte sich innerhalb von 18 Monaten um rund 48 %. Für die zweite Jahreshälfte erwarten Marktanalysten einen weiteren Preisanstieg um 12 % bis 15 % gegenüber dem Vorjahr. Bei Schweine- und Hühnerfleisch wird eine Verteuerung in Höhe der Inflation prognostiziert, die im Juni bei 12 % auf Jahressicht lag.

Aktuelle Preisentwicklung

Laut dem Nationalen Statistikdienst Rosstat lag der Durchschnittspreis für Rindfleisch ohne Knochen Ende Juni bei 895,5 Rubel (9,75 Euro) pro Kilogramm – ein Plus von 16,9 % gegenüber dem Vorjahr. Rindfleisch mit Knochen verteuerte sich um 14,9 % auf 644,4 Rubel (6,89 Euro). Der Preis für ein Kilogramm Hühnerfleisch stieg lediglich um 2,6 % auf 227,2 Rubel (2,43 Euro), während Schweinefleisch um 5,5 % auf 485,5 Rubel (5,19 Euro) zulegte.

Rückgang der Bestände als Hauptursache

Ein sinkendes Angebot gilt als wesentlicher Grund für den Preisanstieg. Steigende Produktionskosten und eine rückläufige Tierzahl belasten die Rinder- und Lammfleischerzeugung. Viele Landwirte setzen daher lieber auf Schweine- und Geflügelhaltung, da sich diese Tierarten schneller aufstocken lassen. Rinder haben dagegen eine lange Wachstumsphase, was eine flexible Anpassung an die Nachfrage erschwert.

Langfristiger Strukturwandel in der Fleischproduktion

Rosstat schätzt, dass Ende 2024 rund 16,2 Mio. Rinder in Russland gehalten werden – 4,9 % weniger als im Vorjahr. Seit 2017 ist ein kontinuierlicher Rückgang zu beobachten: Der Anteil von Rindfleisch an der gesamten Fleischproduktion sank von 18 % im Jahr 2014 auf nur noch 13,6 % im Jahr 2024. 2004 hatte er sogar bei 38,7 % gelegen. Der Schafbestand dürfte im gleichen Zeitraum um etwa 5 % auf 17,7 Mio. Tiere sinken. Die Schweinehaltung verzeichnete zwar Ende 2024 einen leichten Rückgang um 1,7 % auf 27,8 Mio. Tiere, ist aber seit 2015 insgesamt um 30 % gewachsen. Der Geflügelbestand stieg zuletzt um 1,9 % auf 554,3 Mio. Tiere.

AgE

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