Die Rinderzucht Austria erhebt jährlich Daten zur Entwicklung der Rinderbesamung in Österreich. Berücksichtigt werden dabei jene Besamungsstationen und Zuchtmaterialdepots, die Mitglied der Organisation sind. Aktuell sind das vier Besamungsstationen und sieben Zuchtmaterialdepots.
Österreichweit wurden 2025 insgesamt 1,207 Mio. Samenportionen verkauft. Das sind rund 12.000 Portionen oder 1 % mehr als im Vorjahr. 2024 wurden 1,194 Mio. Portionen abgesetzt.
Den größten Anteil am Samenabsatz hatten die Besamungsstationen Hohenzell, Bergland und Gleisdorf. Über diese drei Standorte wurden knapp 800.000 Portionen vermarktet. Das entspricht 65,8 % des gesamten Absatzes. Auf Genostar entfielen rund 34 % aller Verkäufe, auf Hohenzell rund 31 %. Die Rinderzucht Tirol erreichte 14 %, die Besamung Kleßheim und caRINDthia jeweils 7 %.
Fleckvieh bleibt dominierende Rasse
Nach Rassen entfiel der größte Anteil weiterhin auf Fleckvieh. 2025 wurden 806.000 Portionen dieser Rasse verkauft, das entspricht 67 % des gesamten Absatzes. Es folgten Weiß-Blaue Belgier mit 106.000 Portionen bzw. 8,8 %, Holstein mit 104.000 Portionen bzw. 8,6 % und Brown Swiss mit 71.000 Portionen bzw. 5,9 %.
Rückgänge gab es unter anderem bei Fleckvieh, Pinzgauer, Charolais, Murbodner und Normande. Zuwächse verzeichneten Holstein, Original Pinzgauer, Brown Swiss, Weiß-Blaue Belgier sowie die Fleischrinder insgesamt.
Österreich-Anteil nahezu unverändert
Der Anteil der abgesetzten Samenportionen aus österreichischer Produktion lag 2025 bei 61,6 %. Gegenüber dem Vorjahr blieb dieser Wert damit nahezu stabil.
Besonders hoch war der Anteil heimischer Herkunft bei Murbodner, Tuxer, Tiroler Grauvieh und Waldviertler Blondvieh mit jeweils 100 %. Auch bei Pinzgauer, Original Pinzgauer, Limousin und Charolais lagen die Anteile österreichischer Produktion hoch. Niedrig war der Österreich-Anteil dagegen bei Jersey, Montbéliarde, Normande, Holstein und Brown Swiss.
Exporte legen deutlich zu
Die Exporte von Samenportionen stiegen 2025 um 34 % auf 947.000 Portionen. Im Vorjahr waren es 707.000 Portionen gewesen. Die größten Exportmengen entfielen auf die OÖ Besamungsstation Hohenzell mit 412.000 Portionen, Genostar Bergland mit 294.000 und Genostar Gleisdorf mit 230.000 Portionen.
Am stärksten exportiert wurde Fleckviehsamen. Hier wurden rund 810.000 Portionen ausgeführt, 30 % mehr als im Vorjahr. Brown Swiss legte um 71 % auf 82.000 exportierte Portionen zu. Weitere Exportmengen entfielen auf Weiß-Blaue Belgier mit 23.000 Portionen, Limousin mit 15.000 Portionen und Holstein mit 9.000 Portionen.
Den Exporten standen Importe von 463.000 Portionen gegenüber. Daraus ergibt sich laut Rinderzucht Austria eine positive Handelsbilanz von rund 483.000 Portionen.
Mehr Besamungen als im Vorjahr
Die Besamungsdichte lag 2024 bei 93,9 % und blieb damit nahezu stabil. Grundlage sind die künstlichen Besamungen bei 465.000 Kontrollkühen in der Milch- und Fleischleistungsprüfung. 6,1 % der Belegungen erfolgten über Natursprung.
2025 wurden insgesamt 1,168 Mio. Besamungen durchgeführt. Das waren 31.000 Besamungen oder 2,7 % mehr als im Vorjahr. Den größten Anteil hatten Eigenbestandsbesamer mit 63,3 %. Tierärzte führten 33,2 % der Besamungen durch, Besamungstechniker 3,5 %.
Trotz des Zuwachses im Jahresvergleich bleibt der langfristige Trend rückläufig. In den vergangenen zehn Jahren sank die Zahl der Besamungen in Österreich um rund 100.000 bzw. 7,8 %. Als Hauptursache nennt Rinderzucht Austria den Strukturwandel in der heimischen Rinderhaltung.





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