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Rubrik Forst

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Sägeindustrie und Holzhandel: Jetzt heißt es durchhalten

Die schwache Baukonjunktur, hohe Kosten und zunehmende Regulierung setzen Sägeindustrie und Holzhandel unter Druck. Die Branche fordert bessere Rahmenbedingungen und weniger Bürokratie. Gleichzeitig sollen eine stärkere Holzverwendung und aktive Waldbewirtschaftung zum Klimaschutz beitragen.

Die österreichische Sägeindustrie umfasst mehr als 1.000 Betriebe, viele davon seit Generationen in Familienhand. Quelle: Liebchen

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Reinhild Jäger 3 Min. Lesezeit

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„Unsere Unternehmen sind mit schwacher Nachfrage, hohen Kosten und einer zunehmenden Regulierungsdichte konfrontiert. Diese Kombination belastet die Wettbewerbsfähigkeit des Standorts“, fasst Markus Schmölzer, Vorsitzender der österreichischen Sägeindustrie, anlässlich des Internationalen Holztages 2026 die Lage zusammen. Die Schwäche im Hochbau halte an, internationale Krisen sorgten für zusätzliche Unsicherheit und höhere Kosten. Trotz gedämpfter Erwartungen sei die österreichische Sägeindustrie robust aufgestellt, die Ertragslage bleibe jedoch angespannt.

Auch Österreichs Holzhändler spüren die schwache Baukonjunktur. „Der Rundholzhandel entwickelt sich positiv, bei verarbeitetem Holz für den Bau bleibt die Nachfrage dagegen niedrig“, bilanziert Franz Teuschler, Vorsitzender des österreichischen Holzhandels. Nach einer erfreulichen Exportentwicklung 2025 sei die Nachfrage infolge der militärischen Eskalation am Persischen Golf eingebrochen, während die Frachtkosten stark gestiegen seien. Für 2026 erwartet die Branche daher geringere Umsätze und Margen. Flexibilität, ein breites Sortiment und Lieferfähigkeit seien in diesem Umfeld entscheidend.

Wettbewerbsfähigkeit stärken, Bürokratie abbauen

Die Politik sei gefordert, die Rahmenbedingungen für Investitionen und Wachstum zu verbessern und Impulse gegen die Schwäche der Bauwirtschaft zu setzen. Neubau und Sanierung dürften nicht durch zusätzliche Kosten und Vorgaben erschwert werden.

Besonderen Handlungsbedarf sieht Schmölzer beim Bürokratieabbau. Auf die EUDR folge mit der PPWR bereits die nächste umfangreiche Regulierung. Obwohl die Verpackungsverordnung bereits anzuwenden sei, fehlten auf europäischer Ebene noch mehr als 30 delegierte Rechtsakte. Fristverschiebungen allein seien keine Entlastung: „Eine schlechte Regelung wird nicht dadurch besser, dass sie zwei Jahre später kommt. Bürokratie auf Wiedervorlage ist kein Bürokratieabbau“, so Schmölzer.

Holzverwendung und aktive Waldbewirtschaftung stärken den Klimaschutz

Holznutzung und aktive Waldbewirtschaftung leisten einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz. Bäume nehmen CO₂ auf und speichern Kohlenstoff im Holz. Wird dieses für langlebige Produkte wie Gebäude oder Möbel genutzt, bleibt der Kohlenstoff über viele Jahre gebunden. Gleichzeitig kann Holz CO₂-intensive Materialien ersetzen.

„Wenn wir Holz nachhaltig nutzen und daraus langlebige Produkte herstellen, verlängern wir die Speicherung des Kohlenstoffs. Gleichzeitig schaffen wir im Wald Platz für eine neue Baumgeneration, die wieder CO₂ aufnimmt“, erklärt Schmölzer.

Angesichts von Trockenheit, Hitze, Stürmen, Schädlingen und Waldbränden gewinnt zudem die Verjüngung der Waldbestände an Bedeutung. Aktive und nachhaltige Bewirtschaftung trage dazu bei, vitale und klimafitte Wälder zu entwickeln. Für das Ziel der Klimaneutralität 2040 brauche es daher aktive Waldbewirtschaftung und verstärkte Holzverwendung, betont Schmölzer.

EU-Entwaldungsverordnung: Verbesserungen erreicht, Belastung bleibt

Bei der EU-Entwaldungsverordnung (EUDR) wurden Ende 2025 wichtige Anpassungen erreicht und befürchtete bürokratische Belastungen entschärft. Zusätzliche Nachweis- und Dokumentationspflichten für die Forst- und Holzwirtschaft bleiben jedoch bestehen.

„Die Ende 2025 erreichten Verbesserungen waren wichtig und haben einige bürokratische Exzesse verhindert. Trotzdem bringt die Verordnung zusätzlichen Aufwand für Waldbesitzer und Unternehmen entlang der europäischen Lieferketten“, erklärt Teuschler. Besonders kritisch sieht die Branche zusätzliche Anforderungen in Ländern wie Österreich, in denen kein relevantes Entwaldungsrisiko bestehe und nachhaltige Waldbewirtschaftung bereits national geregelt sei. Die Umsetzung müsse einfach, rechtssicher und praxistauglich erfolgen und den Verwaltungsaufwand auf das notwendige Maß begrenzen.

Fakten zu Sägeindustrie und Holzhandel

Die österreichische Sägeindustrie umfasst mehr als 1.000 Betriebe, viele davon seit Generationen in Familienhand. Rund 10.000 Beschäftigte arbeiten überwiegend im ländlichen Raum. 2025 erzielte die Branche einen Produktionswert von 3,1 Mrd. Euro.

Das Bundesgremium Baustoff-, Eisen- und Holzhandel ist mit mehr als 21.000 Mitgliedsbetrieben der größte Fachverband der Bundessparte Handel in der Wirtschaftskammer Österreich. Rund 5.000 Mitglieder entfallen auf den Holzhandel. Mit dem App-basierten Kurs „Wood-Star“ bietet die Branche zudem eine Ausbildungsschiene für Fachkräfte an.

Der Fachverband der Holzindustrie Österreichs vertritt mehr als 1.250 holzverarbeitende Unternehmen. Rund 25.200 Beschäftigte stellen Produkte im Wert von etwa 10 Milliarden Euro her; der Außenhandelsüberschuss beträgt 1,95 Mrd. Euro. Entlang der gesamten Wertschöpfungskette Forst und Holz sind mehr als 444.000 Menschen beschäftigt, insbesondere in den ländlichen Regionen.

Kontakt zum Autor

Reinhild Jäger

LANDWIRT Redaktion

Bewirtschaftet einen land- und forstwirtschaftlichen Betrieb in der Obersteiermark mit dem Schwerpunkt Forstwirtschaft. Die Landwirtschaft mit Ackerbau, Pferden und Schafen betreibt sie biologisch. Bereits während und nach dem Landwirtschaftsstudium an der Universität für Bodenkultur war sie für den LANDWIRT tätig und arbeitete anschließend in einem Ziviltechnikerbüro für Landwirtschaft. Seit 2017 ist sie wieder im LANDWIRT Team und betreut die Rubrik Forst. Seit Juni 2025 ist sie Chefredakteurin.

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