RindRinderzuchtFleckviehSaugentwöhner im Test

Saugentwöhner im Test

Der SuckStop Müller kann einfach und ohne Werkzeug eingesetzt werden.
Quelle: Vetta

Viele Milchviehbetriebe sind damit konfrontiert – Jungrinder besaugen sich gegenseitig. Die Möglichkeiten etwas dagegen zu tun, sind begrenzt. Entweder werden die Tiere separiert oder dem Tier wird ein Saugentwöhner angelegt. Von Letzteren gibt es verschiedenste Modelle am Markt. Alle herkömmlichen Saugentwöhnungsringe zielen dabei bislang mit ihren nach außen gerichteten Stacheln darauf ab, das besaugte Tier zu irritieren. Es kommt zu einer Abwehrreaktion. Das Tier mit dem Saugbedürfnis lernt aus der Situation jedoch nicht. Anders ist es jedoch beim Saugentwöhner SuckStop Müller. Dieser verspricht, mit seinen nach innen gerichteten, abgerundeten Fortsätzen das saugende Tier zu korrigieren. Das Saugen sollte für das Tier unangenehm sein, da die Fortsätze in die Nasenflügel drücken.

Die abgerundeten Fortsätze zeigen beim Einsetzen in die Nase nach oben.
Quelle: Vetta

Richtige Größe wählen

Vier Testbetriebe bewerteten Aspekte wie Montage, Handhabung, Benutzerfreundlichkeit und Wirksamkeit über die Dauer von drei Monaten. Beim Einsetzen des Saugrings hatten wir keine Probleme. Vor allem unseren weiblichen Testern gefiel es, dass sie das Produkt, im Gegensatz zu anderen auf dem Markt befindlichen Saugentwöhnern, einfach und ohne zusätzliches Werkzeug anbringen konnten. Der Viehsaugentwöhner wird auf einer Nasenseite eingehakt und durch Dehnen des Rings in die andere Seite eingeführt. Die Fortsätze zeigen dabei nach oben. Beim Kauf ist darauf zu achten, dass SuckStop Müller in drei Größen angeboten wird (transparent für Kälber und Jungvieh, Gelb für Jung- und Großvieh und weiß für Großvieh). Werden beispielsweise kleinen Kälbern Viehsaugentwöhner für Einsteller montiert, wird der saugentwöhnende Effekt nicht erzielt. Die Wirksamkeit des Produktes hat uns sehr gut gefallen. Bis auf wenige Ausnahmen saugte keines der Kälber nach der Montage weiter an anderen Tieren. Einigen Kälbern gelang es jedoch, das Produkt beim Besaugen nach hinten zu klappen, sodass die Fortsätze nicht mehr in die Nase drückten. Der SuckStop Müller war demnach unwirksam. Laut Herstellerangaben war der Ring bei diesen Tieren zu groß. Er sollte direkt an der Nase anliegen. Da die Gebrauchsanleitung jedoch ein Bild eines Kalbes zeigt, dessen Ring nicht an der Nase anliegt, hätten wir uns hier eine genauere Erklärung zur Wahl der richtigen Größe gewünscht. Der Hersteller gibt an, dass keine klaren Altersangaben gegeben werden, da die Nasengrößen der Tiere stark variieren. Betriebe mit Zungentränken beobachteten, dass die Tiere mit dem Nasenring anfangs Schwierigkeiten bei der Wasseraufnahme hatten. Sie schleckten Restwasser von anderen Tieren aus der Tränke, da sie es scheuten, auf die Tränkezunge zu drücken. Verletzungen an den Nasenflügeln konnten wir keine feststellen. Es sollte regelmäßig kontrolliert werden, ob sich der Ring noch bewegen lässt. Sobald er zu eng an der Nasenscheidewand anliegt, muss zur nächsten Größe gewechselt werden. Der Viehsaugentwöhner lässt sich sehr einfach entfernen und reinigen.

Es sollte regelmäßig kontrolliert werden, ob sich der Ring noch bewegen lässt. Sobald er zu eng an der Nasenscheidewand anliegt, muss zur nächsten Größe gewechselt werden.
Quelle: Vetta

Ausgereiftes Produkt

Beim SuckStop Müller handelt es sich um einen gut ausgereiften Viehsaugentwöhner. Die einfache Handhabung sowie die Wirksamkeit haben uns sehr gut gefallen. Das Produkt ist im gut sortierten Fachhandel sowie im Lagerhaus erhältlich. Preislich ist SuckStop Müller ähnlich angesiedelt wie herkömmliche Saugentwöhner.

LANDWIRT Bewertung

  • + einfache Handhabe
  • + Montage ohne Werkzeug möglich
  • + das besaugende Tier wir korrigiert
  • – Angaben zur passenden Größenauswahl fehlen