Schafe und ZiegenSchafSchafherde im Eis eingebrochen

Schafherde im Eis eingebrochen

Für die eingebrochenen Schafe kam leider die Hilfe zu spät.
Quelle: Bargais/shutterstock.com

Geschlossene Eisflächen vermitteln oft eine trügerische Sicherheit – immer wieder kommt es dadurch zu schweren Unglücken. In diesem Jahr mussten die Feuerwehren aus Dittershausen und Rommershausen in Hessen zu einem besonders dramatischen Einsatz ausrücken: Mehrere Schafe waren auf einem Teich am Ortsrand ins Eis eingebrochen. Trotz des schnellen Eingreifens der Einsatzkräfte kam jede Hilfe zu spät. Die Tiere konnten nur noch tot aus dem Wasser geborgen werden.

Feuerwehr barg tote Schafe

Der Vorfall ereignete sich bereits am 10. Januar, wie die Feuerwehr später auf Instagram mitteilte. Beim Eintreffen der Rettungskräfte waren rund 15 Schafe durch die dünne Eisdecke eingebrochen. Nach Informationen der Schwälmer Allgemeinen gehörten sie zu einer größeren Herde, die gemeinsam mit ihrem Schäfer in der Nähe von Dittershausen unterwegs war. Nach Angaben der Feuerwehr erkannten die Tiere die Gefahr offenbar nicht oder folgten schlicht ihrem Herdentrieb. Zwar können Schafe schwimmen, meiden jedoch normalerweise tieferes Wasser, da sich ihre Wolle schnell vollsaugt. In diesem Fall nahmen sie die Eisfläche vermutlich nicht als solche wahr. Die bis zu 150 Kilogramm schweren Tiere brachen durch die wenige Zentimeter dicke Eisschicht und stürzten ins eiskalte Wasser – eine Flucht aus dem Eisloch war nicht mehr möglich.

Bergung mit Rettungsboot und Eisrettungsanzügen

Unter der Leitung von Wehrführer Jan-Hendrik Hartwig war die Feuerwehr Dittershausen rasch vor Ort. Die Einsatzkräfte sind auf Wasserrettung spezialisiert und Teil der entsprechenden Einheit der Feuerwehr Schwalmstadt. Zur Ausrüstung gehören ein leistungsfähiges Rettungsboot (RTB) sowie spezielle Eisrettungsanzüge. Doch die Bedingungen machten den Einsatz extrem schwierig: Die etwa fünf bis sieben Zentimeter dicke Eisdecke ließ den Betrieb des Bootsmotors nicht zu. Ein Rettungsboot ist kein Eisbrecher. Mithilfe von Leinen wurde das Boot über die Eisfläche gezogen, während sich Einsatzkräfte rund um den Teich positionierten, um es von mehreren Seiten aus zu manövrieren. Drei Retter gingen in Überlebensanzügen direkt ins Wasser. Die Arbeit war körperlich äußerst belastend. Zerbrochenes Eis, fehlender Halt, Dunkelheit und Kälte erschwerten jede Bewegung.

„Wir hatten keine Chance“

Die schweren Tiere auf die Eisfläche zu ziehen, erwies sich als nahezu unmöglich. Trotz aller Bemühungen konnten die Schafe aufgrund der fortgeschrittenen Unterkühlung nur noch leblos geborgen werden. „Wir hatten keine Chance“, fasste ein Feuerwehrmann den Einsatz zusammen. Bereits bei der Ankunft der Rettungskräfte sei vermutlich ein Großteil der Tiere verendet gewesen. Gemeinsam mit einem Landwirt und dem Schäfer wurden die Kadaver schließlich mithilfe eines Teleskopladers an Land gebracht und der Tierkörperbeseitigung übergeben. Eine Woche später musste die Feuerwehr erneut ausrücken: Durch Tauwetter kamen weitere Tiere zum Vorschein, die zuvor unter der Eisdecke eingeschlossen gewesen waren. Die Feuerwehr warnt in diesem Zusammenhang eindringlich vor dem Betreten nicht freigegebener Eisflächen. Diese stellen eine erhebliche Lebensgefahr dar. Sollte ein Mensch oder Tier einbrechen, zählt jede Sekunde. Nur ein sofortiges Alarmieren der Rettungskräfte kann die Überlebenschancen erhöhen, denn im eiskalten Wasser sinken diese mit jeder Minute drastisch.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Warenkorb

Der Warenkorb ist leer.
Gesamt: 0,00