Anna Katharina Wittke: Das Image der konventionellen Tierhaltung hat in den vergangenen Jahren massiven Schaden erlitten. Verbraucher haben sich von der heutigen Landwirtschaft entfernt, können sich nicht mehr mit den hochmodernisierten Abläufen in den Ställen identifizieren. Viele stehen der konventionellen Tierhaltung kritisch gegenüber. Negative Berichte in den Medien stützen diese Haltung mit emotionalen Bildern und Berichten. Es ist an der Zeit, dass wir dem entgegenwirken. Wir müssen klarmachen, dass jeder Landwirt am Wohl seiner Tiere interessiert ist. Und wir müssen erklären, warum Prozesse so sind, wie sie sind: welche Vorteile Spaltenböden haben, warum Ferkel kastriert werden und warum ein Verzicht auf das Schwanzkupieren derzeit nicht möglich ist. Wir brauchen eine ehrliche, authentische und vor allem sachliche Kommunikation nach außen. Nur so können wir das Vertrauen der Verbraucher zurückgewinnen.
An welchen Projekten arbeiten Sie aktuell?
Ich nutze ich die üblichen Instrumente der Unternehmenskommunikation: Ich schreibe Pressetexte für die Fachund Allgemeinmedien, kümmere mich um Anfragen von Journalisten und betreue unsere Mitglieder – die Fleischerzeugerringe, Erzeugergemeinschaften und Landwirte – bei Fragen rund um die Kommunikation. Langfristig wollen wir auch auf Facebook aktiv werden. So können wir schneller mit unseren Mitgliedern kommunizieren. Besonders am Herzen liegt mir die Beratung und Betreuung der Landwirte. Derzeit unterstütze ich vor allem die HeimatLandwirte, eine Initiative aus Schweinehaltern, die selbst Gelder gesammelt und eine Imagekampagne gestartet haben. Ich helfe ihnen bei Kommunikationsfragen und übernehme die Textarbeit für sie. Aber auch nicht organisierten Landwirten habe ich schon helfen können.
Außerdem hat die Ringgemeinschaft zusammen mit dem Bayerischen Bauernverband eine Imagekampagne ins Leben gerufen. Es wird Plakataktionen, Radiospots und eine Homepage geben. Das ist ein besonders interessantes Projekt, da hier mehrere Verbände branchenübergreifend zusammenarbeiten.

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