ForstSchutzwälder schützen nicht nur Menschen und Infrastruktur

Schutzwälder schützen nicht nur Menschen und Infrastruktur

Wälder leisten einen unverzichtbaren Beitrag zum Schutz vor Naturgefahren.
Quelle: daily_creativity/shutterstock.com

Wälder leisten einen zentralen Beitrag zum Schutz vor Naturgefahren. Mit der erstmals erstellten „Hinweiskarte Schutzwald“ wurden jene Gebiete außerhalb des Waldes identifiziert, die von dieser Schutzfunktion profitieren und potenziell vor Lawinen, Rutschungen und Steinschlag geschützt werden. Die Karte zeigt Schutzwaldgebiete in Österreich, die Siedlungen und Infrastruktur wie Häuser, Straßen und Bahngleise schützen. Diese Schutzwaldkulisse umfasst rund 16 % der österreichischen Waldfläche und sichert eine jährliche Wirtschaftsleistung von etwa 14 Milliarden Euro, wie Bundesminister Norbert Totschnig betont.

In den potenziell geschützten Gebieten von rund 299.000 Hektar leben etwa 475.000 Menschen. Die dortige Wirtschaftsleistung beträgt ebenfalls rund 14 Milliarden Euro. Die Ergebnisse stammen aus dem Waldfonds-Forschungsprojekt ÖKO-SCHU-WA, durchgeführt von BFW, WIFO und BAB unter Mitwirkung der Wildbach- und Lawinenverbauung.

Wälder mit direkter Objektschutzfunktion

Erstmals konnte ein interdisziplinäres Team die Schutzleistung von Wäldern mit direkter Objektschutzfunktion quantifizieren. Das BFW modellierte die Gefahrenprozesse und deren Auswirkungen außerhalb des Waldes. Objektschutzwälder schützen potenziell rund 3,6 % der Gesamtfläche Österreichs. Im Dauersiedlungsraum sind etwa 155.000 Hektar (4,8 %) von dieser Schutzwirkung abhängig, mit starken regionalen Unterschieden zwischen 0,2 % im Burgenland und 28,8 % in Tirol. Laut WIFO werden in diesen Zonen 3,4 % der österreichischen Wirtschaftsleistung erbracht.

In vier Testregionen analysierte das BAB ökosoziale Faktoren der Schutzwaldbewirtschaftung. Dabei zeigte sich, dass die Bedeutung von Objektschutzwäldern der Bevölkerung oft erst nach Schadereignissen bewusst wird und waldbauliche Maßnahmen gegenüber technischen Schutzbauten schwerer vermittelbar sind.

Schutzwälder langfristig sichern

Die Ergebnisse zeigen klaren Handlungsbedarf zur langfristigen Sicherung der Schutzwirkung. Zwar funktioniert die Zusammenarbeit mit der Wildbach- und Lawinenverbauung gut, doch sind Raumplanung und wirtschaftliche Entscheidungen auf Gemeindeebene oft nicht ausreichend abgestimmt. Auch Besitzstruktur und hoher Wildeinfluss wirken sich auf die Schutzwirkung aus. Eine bessere Koordination sowie eine breitere Finanzierung unter Einbindung der Nutznießer sind notwendig.

Intakte Wälder schützen vor Naturgefahren, wobei der Begriff „Objektschutzfunktion“ das öffentliche Interesse an dieser Aufgabe beschreibt. Im Aktionsprogramm „Wald schützt uns“ wird seit Jahren an der quantitativen und monetären Bewertung dieser Schutzwirkung geforscht. Die entwickelten Methoden werden weiter verfeinert, um Problemgebiete rascher zu identifizieren. Prävention bleibt dabei ein zentraler Bestandteil des Risikomanagements in Österreich.

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