Schweine in Zelten am Acker zu halten, ist in England üblich. In Österreich halten derzeit sechs Betriebe Schweine auf diese Weise. Bislang gibt es allerdings keine wissenschaftlichen Untersuchungen und damit keine verfügbaren Daten für dieses Haltungssystem, auf die sich Sachverständige im Bewilligungsverfahren beziehen könnten.
Das soll sich mit dem im Oktober 2025 gestarteten (EIP-AGRI) Projekt „Ackerschweine“ ändern. Im Projekt arbeiten alle sechs österreichischen Ackerschweine-Betriebe mit der Universität für Bodenkultur, der lk-projekt NÖ/Wien GmbH, der Landwirtschaftskammer Niederösterreich, dem BAW Research (Bundesanstalt für Wasserbau) und dem Branchendachverband Schweinehaltung Österreich zusammen. Finanziert wird das Projekt über die EU, den Bund und die Länder für eine Projektlaufzeit von vier Jahren.
Um den Grundwasserschutz während der gesamten Studie sicherzustellen, sind zwei Projektphasen vorgesehen. Elisabeth Scherz vom Verband Schweinehaltung Österreich erklärt: „In der ersten Projektphase finden auf zwei ausgewählten landwirtschaftlichen Betrieben die Versuche auf einer technisch dichten Fläche statt. Damit wird garantiert, dass es zu keiner Stickstoffverlagerung aus dem Haltungssystem in das Grundwasser kommt. Ziel dieser Phase ist die Sicherstellung der Einhaltung der grundwasserrechtlichen Anforderungen für dieses System.“ Wenn nachgewiesen ist, dass die Anforderungen an den Grundwasserschutz erfüllt werden können, folgen in der zweiten Projektphase Pilotversuche auf den Ackerflächen der teilnehmenden Betriebe.
Unabhängig werden
Johann und Katrin Diwold aus Ried in der Riedmark (Bezirk Perg, Oberösterreich) nehmen am Projekt teil. Johann ist mit der konventionellen Teil- und Vollspaltenhaltung aufgewachsen, seine Eltern waren Mäster im Nebenerwerb. Er selbst wollte weg davon: „Herausforderungen in der Tiergesundheit und die Geruchsbelästigung durch das Güllesystem… und man ist stark von der Technik abhängig.“
Was der Artikel noch bereithält:
- Familie Diwold hält Mastschweine im Tierwohlstall und in Zelten am Acker
- So funktioniert die Ackerschweinehaltung
- Kompost als wichtigstes Endprodukt für den Betriebskreislauf

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