BioBio-SchweinSchweine verstehen: Tipps für den Stallbau

Schweine verstehen: Tipps für den Stallbau

Quelle: Goldberger

Buchten für Bio-Mastschweine müssen in einen Liegebereich, einen Aktivitätsbereich und einen Kotbereich unterteilt werden. Dabei ist es sinnvoll, dass die Buchten eine längliche Form aufweisen und nicht zu breit sind. Ungenutzte Ecken werden von den Schweinen oft verschmutzt. Mit folgenden 10 Tipps sollte eine Bio-Schweinemast mit gemäßigtem Arbeitsaufwand (ca. 1 Akh/Mastschwein) möglich sein.

1. Kleiner, trockener Liegebereich

Der Liegebereich muss frei von Zugluft und trocken sein. Durch die Einstreu ist er wärmegedämmt. Er soll am Ende der Bucht angeordnet sein, damit ihn die Tiere nicht auf dem Weg zur Fütterung oder zum Aktivitätsbereich queren müssen. In Pigport-Ställen werden Liegekisten mit Streifenvorhängen als Ruhebereich angeboten. Bei Umbaulösungen befindet sich der Liegebereich meist im Alt-Stall und ist durch eine Öffnung mit dem Außenbereich verbunden. Verschiebbare Rückwände eignen sich, um das Platzangebot im Stall an die Zahl und das Gewicht der Tiere anzupassen. Damit die Innenfläche vor allem zu Beginn der Mast nicht zu groß ist und verschmutzt wird, ist die Rückwand der Bucht nach vorne zu schieben. Im Laufe der Mast wird sie sukzessive nach hinten verschoben. Der Liegebereich soll gerade so groß sein, dass alle Schweine gleichzeitig ruhen können. Tränker gehören nicht in den Liegebereich, da dies zu Verschmutzung führen würde.

2. Fressbereich trocken halten

In den meisten Fällen befinden sich die Futterautomaten bei Mastschweinen im Auslauf – zwischen dem Liege- und dem Kotbereich. Erfolgt die Fütterung an beiden Längsseiten, muss die Öffnung zum Stall in der Mitte sein. Wird nur auf einer Seite gefüttert, wird die Öffnung an der gegenüberliegenden Seite positioniert. Das hat den Vorteil, dass der Liegebereich ein Eck verliert. Denn: Schweine nutzen Ecken meist zum Abkoten. Wichtig ist, dass hinter den fressenden Schweinen noch genügend Platz für den Weg zum Liegebereich bleibt. Trockenfutterautomaten eignen sich am besten. Die Gefahr der Flüssigfütterung liegt in der Verschmutzung dieser Fläche.

Der Fressbereich im Auslauf ist im Gegensatz zum folgenden Aktivitätsbereich nicht eingestreut. Ganz außen liegt der Kotbereich.
Quelle: Goldberger

3. Kotbereich mit Tränken und Gitter

Dem Futterbereich anschließend folgt der eingestreute Aktivitätsbereich, der am Ende der länglichen Bucht zum Kotbereich wird. Hier sollten auch die Tränken angebracht werden. Schweine koten nämlich gerne dort, wo es feucht und offen ist. Wichtig ist zudem, dass die Buchten im Kotbereich durch Gitter (und nicht durch geschlossene Wände) getrennt sind. Die freie Sicht auf ihre „Nachbarn“ regt die Schweine instinktiv dazu an, auch dort zu koten. Um eine klarere Struktur zu schaffen, wird manchmal der Aktivitätsbereich vom Kotbereich durch eine Schwelle getrennt.

  1. Türen auch für den Landwirt

Auslauftüren müssen für die Tiere leicht passierbar sein und den Liegebereich möglichst gut vor Zugluft abdichten. Für Mastschweineställe werden 50 cm breite und mindestens 80 cm hohe Türöffnungen empfohlen. Breiter sollten sie nicht sein, da sonst die Gefahr besteht, dass sich zwei Schweine beim gleichzeitigen Durchquerungsversuch verkeilen. Eine Durchgangshöhe von zwei Metern ermöglicht es auch dem Landwirt, zum Ausmisten, beim Verladen oder zur Tierkontrolle bequem vom Stall in den Auslauf und retour zu gehen. Wer selbst Türen herstellen will, kann dafür 22 mm starke, wasserfeste Mehrschichtplatten verwenden. Diese Türen sollten die Auslauföffnung links, rechts und oben um 5 cm überlappen. Auch Gummipendeltüren eignen sich, isolieren aber nicht so gut. Da Stroh und Kot beim Verschließen von Türen problematisch sein können, sollte zwischen Tür und Boden ein Spalt freibleiben. Gegen Zugluft werden im unteren Teil der Tür ein Gummistreifen bzw. -lamellen angebracht. Alternativ dazu schlägt Außenklimastall-Pionier Rudolf Wiedmann vor, einen Spalt von 7 cm frei zu lassen und auf dem Boden ein 12 cm hohes und 3 cm breites abgerundetes Hartholz zu befestigen (über das die Schweine mühelos drübersteigen). Ideal sind selbstschließende Türen. Schräg angeschlagene Auslauftüren etwa fallen automatisch zu, nachdem das Schwein durchgelaufen ist. Auslauftüren sollten von innen und von außen verriegelbar sein. Der Verriegelungsbolzen sollte im unteren Drittel der Tür angebracht sein, weil die Schweine in dem Bereich am meisten Kraft aufbringen.

Da Stroh und Kot beim Verschließen von Türen problematisch sein können, wird im unteren Teil der Tür ein flexibler Gummistreifen angebracht.
Quelle: Engler
  1. Klare Mistachsen schaffen

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