SchweinSchweinemarktSchweinefleisch: Billig vor Tierwohl?

Schweinefleisch: Billig vor Tierwohl?

Der deutsche Schlachtriese Tönnies (re. Konzernchef Clemens Tönnies) berichtet von einer „schwierigen Situation“ am Fleischmarkt.
Quelle: Tönnies

10 % mehr Platz als gesetzlich vorgeschrieben, Tageslicht, zusätzliches Raufutter, Stallklima- und Tränkewassercheck, Antibiotikamonitoring: Das sind einige der Anforderungen, die deutsche Schweinemäster für eine Teilnahme an der Initiative Tierwohl (ITW) erfüllen müssen. Für den finanziellen Mehraufwand für die sogenannte „Haltungsform 2“ bekommen sie von ihren Vermarktungspartnern ein Tierwohlentgelt von 5,28 Euro pro Schwein. Mittlerweile nehmen 9.500 Schweinehalter deutschlandweit an der Initiative teil.
Doch Mitte August sorgte eine Nachricht für Aufsehen: Der Schlachtriese Tönnies kündigte einigen Schweinehaltern, die an der ITW teilnehmen, die Lieferverträge. Laut dem Unternehmen befinde sich der deutsche Markt für Schweinefleisch aktuell „in einer schwierigen Situation“. Fabian Reinkemeier, Leiter der Unternehmenskommunikation bei Tönnies, erklärt gegenüber dem LANDWIRT: „Leider haben sich die Erwartungen des LEH (Anm. Red.: Lebensmitteleinzelhandel) für den Absatz von Fleisch der Haltungsform 2 bisher nicht so stark entwickelt wie ursprünglich erwartet und gemeinsam mit dem LEH geplant. Aufgrund der aktuell zu geringen Nachfrage nach Tierwohlfleisch seitens der Fleischabnehmer müssen wir uns dem Bedarf anpassen.