Der Vorfall ereignete sich auf der Alp Eggerhorn im Binntal auf rund 2.500 Metern Höhe. Nach Angaben der betroffenen Schafhalter standen die Tiere in einem eingezäunten Nachtpferch eng beieinander. Diese Form der Unterbringung dient dem Schutz vor Großraubtieren wie dem Wolf, der in den vergangenen Jahren in der Region wieder häufiger aufgetreten ist. Gerade diese Schutzmaßnahme dürfte jedoch dazu beigetragen haben, dass der Blitz so viele Tiere gleichzeitig töten konnte.
Die Bergung der Kadaver gestaltete sich aufwendig. Die toten Tiere mussten per Hubschrauber von der abgelegenen Alp ins Tal transportiert werden. Für die betroffenen Züchter bedeutet der Verlust nicht nur einen erheblichen wirtschaftlichen Schaden, sondern auch einen schweren emotionalen Schlag. Das Walliser Schwarznasenschaf gilt als traditionelle Schweizer Schafrasse und ist eng mit der alpinen Landwirtschaft verbunden.
26.000 Blitze innerhalb weniger Stunden
In den Tagen vor dem Unglück war die Schweiz von einer Serie heftiger Gewitter erfasst worden. Nach einer längeren Hitzeperiode registrierte der Wetterdienst SRF Meteo innerhalb weniger Stunden rund 26.000 Blitze. Meteorologen weisen darauf hin, dass sich Tiere bei Gewittern häufig instinktiv eng zusammenschließen – ein Verhalten, das bei einem direkten Blitzeinschlag besonders gefährlich werden kann.
Der Vorfall erinnert an ein ähnliches Ereignis aus dem Jahr 2014. Damals wurden ebenfalls im Wallis 22 Schwarzhalsziegen durch einen Blitzschlag getötet. Das aktuelle Unglück zählt jedoch zu den schwersten bekannten Blitzereignissen mit Nutztieren in der Schweiz.

Kommentare