Mehrere schwere Hagelunwetter haben im Alten Land (Teil der Elbmarsch südwestlich der Elbe in Hamburg und in Niedersachsen) Schäden von über 30 Mio. Euro verursacht. Nach Angaben der Vereinigten Hagelversicherung wurde das größte deutsche Obstanbaugebiet am 4. und 9. Juni 2026 sowie am 1. Juli 2026 von schweren Unwettern getroffen. Von den insgesamt rund 8.300 ha Apfelfläche wurden schätzungsweise zwei Drittel mindestens einmal beschädigt, viele Flächen sogar mehrfach.
Die Schäden treffen die Obstbaubetriebe in einer ohnehin wirtschaftlich schwierigen Situation. Der Absatz von Äpfeln gestaltet sich zunehmend schwierig, während die Kosten für Betriebsmittel und Löhne – insbesondere durch die Erhöhung des Mindestlohns – weiter steigen. Viele Betriebe verfügen daher nur über geringe finanzielle Spielräume.
Betriebe verzichten wegen hohen Kosten auf Versicherungsschutz
Aus Kostengründen verzichten zahlreiche Familienbetriebe auf eine Hagelversicherung. Da das Hagelrisiko im Obstbau besonders hoch ist, liegen die Versicherungsprämien meist zwischen 1.000 und 1.500 Euro je ha. Nach Einschätzung der Vereinigten Hagelversicherung sind mehr als die Hälfte der Obstbaubetriebe im Alten Land nicht gegen Hagelschäden abgesichert.
Gemeinsam mit den Fachverbänden fordert die Versicherung deshalb ein besseres Risikomanagement angesichts zunehmender Wetterextreme. Ziel sei es, mehr Betrieben eine bezahlbare Absicherung gegen Wetterrisiken – einschließlich Hagel – zu ermöglichen und so ihre wirtschaftliche Existenz auch in Schadensjahren zu sichern.
Zwar gibt es in Niedersachsen bereits ein Förderprogramm für die Risikoabsicherung in der Landwirtschaft, dieses schließt das Hagelrisiko jedoch ausdrücklich aus. Nach Ansicht der Beteiligten besteht deshalb dringender Handlungsbedarf, um den Versicherungsschutz für Obstbaubetriebe zu verbessern.
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