Mein BetriebBetriebsführung und RechtSo wird KI in der Landwirtschaft eingesetzt

So wird KI in der Landwirtschaft eingesetzt

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Die DLG-Wintertagung in Hannover hatte den Schwerpunkt Künstliche Intelligenz.
Die DLG-Wintertagung in Hannover hatte den Schwerpunkt Künstliche Intelligenz.
Quelle: Leonid Sorokin/Shutterstock.com

Die DLG-Wintertagung fand unter dem Leitthema „KI – Produktivitätsturbo für den Betrieb“ statt. Zur eingangs erwähnten Frage hielt DLG-Vorständin Anna Catharina Voges fest: „KI kann für alle Betriebe entlang der Lebensmittelwertschöpfungskette hilfreich sein, um Prozesse zu planen und Szenarien zu berechnen beziehungsweise einen Entscheidungsprozess vorzubereiten.“

Doch sie als Betriebsleiterin mache auch aus, so Voges, dass sie mutige sowie strategische Entscheidungen treffe, „und Eigenschaften wie Mut oder Risikobereitschaft besitzt die KI nicht“. Ihr Fazit: „Betriebsleiter müssen heute individuell die Frage beantworten, wie KI sie am besten unterstützen kann, um so langfristig effizienter werden zu können.“ Im Anschluss diskutierten Felix Hollmann, Vorsitzender der Jungen DLG, und Ulrich Wagner, CEO bei der Wimex Group. Wagner hob hervor: „Wir müssen unsere Mitarbeitenden im Umgang mit KI schulen und sie allen zugänglich machen, die bereit sind, mitzudenken.“ Hollmann ergänzte: „Wer Prozesse auf seinem Betrieb erkennt, hat die Chance, sie mithilfe der KI als Tool effizienter zu gestalten. Für Tierbestandsmeldungen, Antragskontrolle und Kommunikation mit Ämtern funktioniert das heute schon sehr gut.“

KI: Betriebsdaten für Bauern

Die Land- und Lebensmittelwirtschaft ist gegenüber anderen Branchen in Sachen Digitalisierung Vorreiter. Rund 90 % der Betriebe nutzen digitale Technologien. Auf landwirtschaftlichen Betrieben bliebe der Zugang zu den eigenen Daten jedoch oft ungeklärt und eingeschränkt, eröffnete Friederike Wilde-Detmering von Reed Smith ihren Vortrag. Sie betonte, dass die Rechte und Pflichten an den Daten grundsätzlich geklärt werden müssten. Ein wichtiger Schritt, um Rechtssicherheit zu bekommen, sei der Data Act der EU. Dieser trat im September 2025 in Kraft. „Die Daten gehören Ihnen“, versicherte Wilde-Detmering, die selbst auf einem Bauernhof aufgewachsen ist. Die Daten, die Traktoren, Mähdrescher und Sensoren sammeln, stünden Landwirten kostenlos und in einem Format, das sie weiterverwenden können, zu.

KI hat Potenzial, die Effizienz im Öko-Ackerbau deutlich zu steigern. So zeigen Entwicklungen aus der Praxis, das KI zuverlässig Unkräuter im Öko-Ackerbau erkennt und Hackmaschinen steuert. Dies bedeutet die Entlastung von bisheriger Handarbeit und einen deutlichen Zuwachs an Schlagkraft, da Bio-Landwirte Beikräuter zum Zeitpunkt der größten Wirkung bekämpfen können. Deutlich geringer ist die Rolle der KI für die Entscheidungsfindungen: Zwar kann KI Betriebsleiter bei der Erfassung und Aufbereitung betrieblicher Daten unterstützen, bei der Auswertung und der Interpretation von Auswertungen bleibt die Expertise von Betriebsleitern auch weiterhin unverzichtbar.

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