LandlebenErnährungSteirische Obstbauern leiden unter Trockenheit

Steirische Obstbauern leiden unter Trockenheit

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Familie Singer bewirtschaftet einen Obstbaubetrieb in Untertiefenbach.
Quelle: Vetta

Das heurige Apfeljahr ist für die krisengebeutelten Obstbauern abermals außergewöhnlich herausfordernd. „Viele Betriebe konnten durch Frostberegnung ihre Kulturen im Frühjahr schützen, die Extremtemperaturen im Sommer führen aber zu großen Ernteverlusten. Anfang August kam es aufgrund des geringen Niederschlages sogar dazu, dass vereinzelt Bäume abgestorben sind“, erklärt LK-Präsident Steinegger. Der Niederschlag lag im Juli und in den ersten Augusttagen im Durchschnitt bei 38 l/m². In den letzten zehn Jahren gab es nur vier Ernten ohne Extremwetterereignisse wie Hagel, Frost oder zu geringen Niederschlag.

Kulturen werden bewässert

Viele Äpfel haben durch die starke Einstrahlung Sonnenbrand, dies zeichnet sich durch braune Stellen an der Frucht aus. „Diese Früchte sind als Tafelobst nicht mehr zu verkaufen und müssen als Industrieobst, beispielsweise für die Saftproduktion, verwendet werden“, erklärt Josef Singer, Apfelbauer aus Untertiefenbach. Er betreibt mit seiner Familie einen Obstbetrieb im Bezirk Hartberg-Fürstenfeld und produziert neben Äpfeln und Birnen auch Zwetschken, Kirschen und Erdbeeren. Bereits vor 50 Jahren hat sein Vater einen Speicherteich errichtet. 2018 und 2021 errichteten die Singers zwei weitere Speicherbecken zur Frostberegnung und Bewässerung. Um 1 ha zu bewässern, sind je nach Voraussetzung und Lage Investitionen zwischen 10.000 und 15.000 Euro notwendig. 65 % der Kosten trägt das Land. „Ich verlasse mich nicht auf die Dürreindexversicherung, sondern versuche bestmöglich meine Kulturen mit Hagelnetzen, Tropfbewässerungsanlagen und durch Frostberegnung zu schützen“, erklärt der Steirer. Bislang können nur rund 30 % der steierischen Apfelkulturen bewässert und frostberegnet werden. „Eine flächendeckende Beregnung für das Grünland oder Ackerflächen ist zukünftig bestimmt nicht möglich“, sagt Agrarlandesrätin Simone Schmiedtbauer. Sie empfiehlt den Bauern sich zu versichern.

Datenquelle: LK Steiermark, Grafik mit KI erstellt
Quelle: Datenquelle: LK Steiermark, Grafik mit KI erstellt

 

Kleine Ernte, aromatische Früchte

„Generell werden die Früchte heuer kleiner, jedoch besonders aromatisch sein“, betont Steinegger. Mit der erwarteten Erntemenge von 90.000 t kann die Versorgung in Österreich gesichert werden. Im Vergleich zum Vorjahr sind das 35 % weniger, 2025 lag die Ernte bei 138.000 Tonnen.

Zahlen und Fakten

In der Steiermark kultivieren knapp 900 Produzenten auf 4.600 ha Äpfel. Der Transportweg des steirischen Apfels bis ins Geschäft beträgt 150 km. 76 % der österreichischen Apfelanbaufläche liegt in der Steiermark. Die Bio-Apfelanbaufläche beträgt 23 %. Die Gesamtapfelanbaufläche in der Steiermark ist innerhalb eines Jahres um rund 3 % zurückgegangen.

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