LandlebenErnährungSteirischer Kren ist Heilpflanze des Jahres

Steirischer Kren ist Heilpflanze des Jahres

Kren (Merrettich) besitzt viele wertvolle Inhaltsstoffe.
Quelle: Archiv

Der Steirische Kren g.g.A verdankt diese Auszeichnung seinen vielen wertvollen Eigenschaften – allen voran den Senfölen, die ihre reizende Wirkung erst beim Reiben freisetzen. Diese sekundären Pflanzenstoffe besitzen eine antibakterielle und antioxidative Wirkung. Kren liefert zudem reichlich B-Vitamine und wertvolle Mineralstoffe wie Natrium, Kalium, Magnesium, Kalzium, Phosphor und Eisen. Mit dieser Fülle an gesundheitsfördernden Eigenschaften hat sich Kren seit Jahrhunderten als altes Hausmittel gegen Atemwegs- und Harnwegsinfekte bewährt. Aufgrund der reizenden Eigenschaften der enthaltenen Senföle wirkt die scharfe Wurzel auch durchblutungsfördernd. Daher finden Breiauflagen der frisch zerriebenen Krenwurzel ihre Anwendung als Krenwickel bei Kopfschmerzen oder rheumatischen Beschwerden. Die reizende Wirkung des Krens wird auch als innere Anwendung eingesetzt und regt die Verdauung, Leber und Bauchspeicheldrüse an.

Wertvolle Inhaltsstoffe für Pharmazie

Die wertvollen Inhaltsstoffe des Steirischen Krens g.g.A. (“geschützte geografische Angabe”) haben in den vergangenen Jahren für zunehmendes Interesse in der Pharmazie gesorgt. Im Gegensatz zur Volksmedizin wird nicht die gesamte Wurzel verwendet, sondern es werden nur die gewünschten wertvollen Inhaltsstoffe extrahiert. Als solcher Rohstoff bildet Kren den Bestandteil von Antibiotika gegen Infektionskrankheiten, aber auch von keimhemmenden, pflanzlichen Pharmazeutika gegen Augenentzündungen oder in Salben gegen Hauterkrankungen. Auch in der Tiermedizin hat der Kren schon lange Einzug gehalten.

Das traditionelle Anbaugebiet des Steirischen Krens g.g.A. befindet sich im südöstlichen Landesteil. In dieser Region produzieren 53 Betriebe auf 302 ha dieses typisch steirische Schmankerl. Die Ernte ist zweigeteilt: Eine Hälfte der Krenfelder wird im November, die andere Hälfte im darauffolgenden Frühjahr geerntet. Pro Jahr werden rund 3.500 t produziert.

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