BioBio-RindStressfrei für Tier und Mensch

Stressfrei für Tier und Mensch

Erschienen in: LANDWIRT bio 05/2025

Player nur mit gültigem Abo verfügbar.

Simone und Gottfried Diwold vor Rinderherde
Gottfried und Simone Diwold halten Galloway- und Angus-Rinder in Katsdorf in Oberösterreich.
Quelle: Natalie Honetz

Es ist ein ruhiger Nachmittag, als Gottfried Diwold den Traktor startet und die mobile Schlachtbox anhängt. Er fährt zur Herde mit den Masttieren und stellt die eingestreute Box ab. Die schwarzen Rinder grasen vor sich hin. Gottfried Diwold und sein Vater begleiten ein Rind zur Box. Im gewohnten Treibgang betritt ein Jungrind die Schlachtbox und beginnt gemächlich zu fressen. Das Fanggitter klappt, wie bei den Fressplätzen im Stall, zu. Gleichzeitig schließt sich hinter dem Tier ein Bügel. Das Rind interessiert das wenig, es frisst weiter. Mittlerweile sind auch der Tierarzt und der Metzger da und gehen auf die Schlachtbox zu. Der Metzger setzt zum Betäubungsschuss an, es knallt. Jetzt muss es schnell gehen. Innerhalb einer Minute muss der Entblutestich durchgeführt werden. Dafür kippt Gottfried Diwold die Box hydraulisch, so dass das Tier nach vorne geschoben wird. Der Metzger setzt den Entblutestich, das Rind beginnt auszubluten. Knapp zehn Sekunden hat dieser Vorgang gedauert. Während der Fahrt zum hofeigenen Schlacht- und Verarbeitungsraum blutet das Rind in der geschlossenen Schlachtbox aus.

Ausgehobene mobile Schlachtbox
Die Rampe hebt das Rind hydraulisch aus, so dass es nach rechts aufs Gitter rutscht. Dort erfolgt der Entblutestich.
Quelle: Natalie Honetz

Außerfamiliär übernommen

2012 übernahmen Gottfried und Simone Diwold den Betrieb außerfamiliär von ihren Bekannten Familie Scheuchenegger. „Das war so eigentlich nicht geplant“, schmunzelt der Landwirt. „Wir wollten damals woanders ein Einfamilienhaus bauen, stattdessen haben wir einen konventionellen Marktfruchtbetrieb übernommen.“ 2014 stellten die Diwolds auf bio um. Es dauerte nicht lange bis die ersten drei Galloway-Kalbinnen auf den Betrieb kamen. „Schon damals war uns klar, wir möchten den Tieren so wenig Stress wie möglich bei der Schlachtung zumuten. Deshalb haben wir einen eigenen Schlacht- und Verarbeitungsraum am Hof gebaut“, erinnert sich Simone Diwold. Ihr Mann ergänzt: „Unsere weiblichen Rinder schlachten wir mit etwa 19 Monaten bzw. mit 23 Monaten die männlichen Tiere. Wir wollten eine unkomplizierte Lösung mit kurzen Wegen finden und möglichst wenig in fremde Hände geben.“

Was dieser Artikel noch bereithält:

  • Auflagen für die Schlachtbox
  • Innerbetriebliche Lösung
  • Daueraufträge laufen gut
  • Angus und Galloway Rinder
  • Stall mit Mistroboter
  • Mehraufwand nötig

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Warenkorb

Der Warenkorb ist leer.
Gesamt: 0,00