AckerbauBodenTag des Bodens – Erosionsschutz im Vordergrund

Tag des Bodens – Erosionsschutz im Vordergrund

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Quelle: Wallner

Österreichs Landwirtschaft gehen im Durchschnitt jährlich rund sechs Tonnen fruchtbarer Boden pro Hektar (ha) durch Wassererosion verloren – ein Verlust, der kaum reversibel ist. Starkregenereignisse und Trockenphasen, die infolge der Klimaverschlechterung immer häufiger und stärker auftreten, verschärfen das Risiko der Bodenerosion zusätzlich.

Das birgt nicht nur Gefahren für Siedlungen und Infrastruktur, sondern führt auch zu Verlusten von fruchtbarem Boden und wertvollen Nährstoffen. Die Erosion gefährdet somit nicht nur die Sicherheit der Bevölkerung, sondern auch die Lebensmittelversorgung.

Bodenschonende Verfahren und Begrünungen gegen Erosion

„Mit bodenschonender Bewirtschaftung, vielfältigen Fruchtfolgen und Anbau von Begrünungen versucht man Erosionsschäden vorzubeugen und die wichtigste Produktionsgrundlage – den Boden – nachhaltig zu sichern. Im Rahmen des Österreichischen Agarumweltprogrammes (ÖPUL) in der Ländlichen Entwicklung setzt man zahlreiche Maßnahmen um der Bodenerosion vorzubeugen“, erklärt Josef Moosbrugger, Präsident der LK Österreich.

Wirksamkeit der Maßnahmen

Untersuchungen des Bundesamts für Wasserwirtschaft aus dem Jahr 2020 zeigen, dass der Bodenabtrag durch den Einsatz von Mulch- und Direktsaat um 50 bis 60% reduziert werden kann. Auch die Begrünungs-Maßnahmen haben eine hohe Wirkung: Während die Winterbegrünung den Bodenabtrag durchschnittlich um 70% vermindert, sinkt dieser bei einer ganzjährigen Bodenbedeckung um 90%. In Regionen mit einer überdurchschnittlichen Teilnahme an Begrünungsmaßnahmen und dem Einsatz von Mulch- und Direktsaatverfahren kann der Bodenabtrag signifikant reduziert werden.

„Erosionsschutz Acker“ als zentrale ÖPUL-Maßnahme

Innerhalb des ÖPUL-Programmes gibt es gleich mehrere Maßnahmen, die darauf abzielen, Böden vor Abtrag zu schützen. Im Rahmen der Maßnahme „Erosionsschutz Acker“ setzen Österreichs Betriebe unter anderem auf rund 150.000 ha Ackerfläche mit erosionsgefährdeten Kulturen eine reduzierte Bodenbearbeitung mittels Mulchsaat um. Zu diesen Kulturen zählen Ackerbohne, Mais, Kartoffel, Kürbis, Rübe, Sojabohne, Sonnenblume und Sorghum. Auf insgesamt 10.000 ha werden Direkt- und Untersaaten angelegt, bei denen der Boden nicht gewendet wird. Zusätzlich werden Querdämme bei Kartoffelflächen auf rund 10.000 ha zur Erosionsminderung gefördert.

Darüber hinaus sorgen Zwischenfrüchte auf etwa 270.000 ha dafür, dass Ackerböden auch außerhalb der Vegetationszeit bedeckt bleiben – das entspricht rund 20% der heimischen Ackerfläche. Die Maßnahme „System Immergrün“ schützt auf weiteren 226.000 ha den Boden nahezu ganzjährig. Auch in Dauerkulturen wie Wein, Obst und Hopfen leisten dauerhafte Zwischenreihen-Begrünungen auf über 35.000 ha einen wichtigen Beitrag zum Erosionsschutz.

Neben den freiwilligen Maßnahmen im ÖPUL schreibt auch der GLÖZ-5-Standard Maßnahmen auf erosionsgefährdeten Flächen verpflichtend vor. Er gilt für alle Betriebe, die GAP-Mittel erhalten. Auf Acker- und Dauerkulturflächen ab 0,75 ha mit mehr als 10% Hangneigung müssen die Landwirtinnen und Landwirte Schutzmaßnahmen setzen, wie etwa einen fünf Meter breiten Begrünungsstreifen am Feldrand, Querstreifen oder Anbau quer zum Hang. So wird verhindert, dass Boden bei Starkregen abgeschwemmt wird.

Moosbrugger warnt vor Kürzung des Agrarbudgets

„Trotz der vielfältigen Maßnahmen, die unsere Bäuerinnen und Bauern für den Bodenschutz leisten, bleibt die Erosion eine der größten Herausforderungen für Österreichs Landwirtschaft. Wir brauchen somit auch in Zukunft eine ausreichende und praxisnahe Förderung wirksamer Maßnahmen sowie gezielte Weiterbildungsinitiativen“, so Moosbrugger, der einmal mehr vor der geplanten Kürzung der EU-Agrarbudgets im Rahmen eines „Finanzeintopfs“ warnt.

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