Ordentlich gepflegte Gärten führen häufig zum Verlust wichtiger Lebensgrundlagen für Tiere. Wildkräuter, oft als „Unkraut“ entfernt, sind essenziell für Biodiversität, da sie Nahrung, Schutz und Entwicklungsräume bieten. In intensiv genutzten Landschaften gewinnen naturnahe Gärten zunehmend Bedeutung als Rückzugsorte.
Viele Insektenarten sind auf spezifische Pflanzen angewiesen. Beispiel Brennnessel: Sie ist Grundlage für Arten wie Tagpfauenauge und Landkärtchen. Frühblühende Pflanzen wie Gundelrebe, Günsel und Ehrenpreis sichern im Frühjahr die Versorgung von Bestäubern. Löwenzahn zählt dabei zu den wichtigsten Nahrungsquellen für Hummeln und Wildbienen, während Disteln später im Jahr relevant sind.
Auch unscheinbare Arten wie Vogelmiere und Wilde Möhre tragen wesentlich zur Biodiversität bei. Sie liefern früh Nahrung für Insekten und Samen für Vögel. Schwebfliegen, die durch solche Pflanzen angezogen werden, unterstützen zusätzlich die natürliche Schädlingskontrolle.
Neben ökologischen Vorteilen besitzen viele Wildpflanzen kulinarische und heilkundliche Nutzungsmöglichkeiten. Vertreter wie Löwenzahn, Giersch und Wegerich sind essbar oder traditionell medizinisch genutzt.
Zum Tag des Unkrauts lädt der Naturschutzbund ein, möglichst viele verschiedene „Unkräuter“ via Foto auf seiner Citizen-Science-Plattform www.naturbeobachtung.at oder der gleichnamigen App zu teilen.
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