Mit der Pensionierung des langjährigen Geschäftsführers Dr. Gottfried Schoder Ende Oktober stellt sich der Oberösterreichische Tiergesundheitsdienst personell neu auf. Die außerordentliche Generalversammlung bestellte am 16. Juli 2026 Dr. Barbara Leeb zur neuen Geschäftsführerin. Sie wird die Geschäftsführung ab dem 1. Oktober übernehmen. Die Tierärztin arbeitet seit 2005 beim OÖ TGD und war unter anderem an der Entwicklung und Umsetzung von Tiergesundheitsprogrammen im Schweinebereich beteiligt. Schoder leitete den OÖ TGD seit dessen Gründung im Jahr 2003.
Tiergesundheit und Digitalisierung im Fokus
Der OÖ TGD wurde gegründet, um Tiergesundheit und Tierwohl durch Beratung der Tierhalter und Betreuung der Tierbestände zu fördern. Gleichzeitig unterstützt der Tiergesundheitsdienst einen verantwortungsvollen Einsatz von Tierarzneimitteln und trägt zur Lebensmittelsicherheit bei.
Künftig sollen insbesondere Digitalisierung, Vernetzung und Wissenstransfer weiter ausgebaut werden. Geplant sind außerdem die Weiterentwicklung bestehender Tiergesundheitsprogramme, eine intensivere Nutzung von Gesundheitsdaten sowie der Ausbau der Zusammenarbeit zwischen Tierhaltern, Tierärzten, Verbänden und Behörden. „Das Ziel ist die Reduktion des Antibiotikaeinsatzes“, betont Rosemarie Ferstl, Vorsitzendes des OÖ TGD und Vizepräsidentin der Landwirtschaftskammer OÖ.
Zukunftsprozess 2035
Mit dem neuen Tiergesundheits- und Tierarzneimittelgesetz werden auch die rechtlichen Grundlagen für die Tiergesundheitsdienste überarbeitet. Ziel ist ein modular aufgebautes Betreuungssystem, das sich an Betriebsgröße, Produktionsrichtung und Betreuungsbedarf orientiert. Gleichzeitig sollen digitale Dokumentation, Datenaustausch und die Zusammenarbeit zwischen Tierhaltern und Betreuungstierärzten gestärkt werden. Auch Lösungen für die tierärztliche Versorgung in strukturschwachen Regionen sind Teil der Überlegungen.
Investitionen in Diagnostik
Ein weiterer Schwerpunkt ist die Modernisierung des vereinseigenen Labors in Ried im Innkreis. Der OÖ TGD investiert in ein MALDI-TOF-Massenspektrometer, mit dem Bakterien schneller identifiziert werden können. Dadurch sollen Analysen beschleunigt und Untersuchungskosten reduziert werden.
In OÖ sind aktuell 9.710 landwirtschaftliche Betriebe und 326 Tierärzte Teilnehmer am TGD. Das Angebot umfasst Diagnostik, Gesundheitsprogramme und Weiterbildung. Im Labor in Ried im Innkreis werden jährlich unter anderem rund 14.000 BVD-Untersuchungen, 42.000 bakteriologische Milchuntersuchungen und 9.000 PRRS-Untersuchungen durchgeführt. Bundesweit arbeitet der OÖ TGD zudem in der Organisation „Tiergesundheit Österreich“ an gemeinsamen Standards und der Nutzung einer zentralen Tiergesundheitsdatenbank mit.
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