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TGÖ: Ein Verein mit (zu) vielen Rollen

Erschienen in: LANDWIRT 07/2026

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DIe Verwaltung der AHDS Datenbank ist zentrale Aufgabe der TGÖ.
Quelle: Archiv

Der Verein Tiergesundheit Österreich (TGÖ) wurde mit dem Ziel gegründet, als Dachorganisation zur Bewältigung zentraler Herausforderungen in der Nutztierhaltung zu fungieren. Zu diesen „globalen Problemen“ zählen insbesondere der Antibiotikaeinsatz in der Nutztierhaltung, die Seuchenprävention sowie die Verbesserung des Tierwohls. Zur Umsetzung dieser Ziele beruft sich der TGÖ auf das Tiergesundheitsgesetz, das Tierarzneimittelgesetz sowie die entsprechenden Verordnungen. Mit dem Austritt der Tierärztekammer ab dem nächsten Jahr fällt nun ein wesentlicher Akteur weg. Vorweg: dieser Schritt hat keine Auswirkungen auf die Zuständigkeiten der Länder-Tiergesundheitsdienste.

Interessenskonflikte

Die genannten Herausforderungen können in der Praxis nur durch eine enge Zusammenarbeit zwischen Landwirten und Betreuungstierärzten bewältigt werden. Genau hier ortet die Tierärzteschaft einen strukturellen Interessenskonflikt: Im Vorstand des TGÖ sind Vertreter aller Mitgliedsgruppen eingebunden, jedoch ist das Kräfteverhältnis aus Sicht der Tierärzte unausgewogen. Sowohl die Tierärzteschaft als auch die Landwirtschaft sind mit jeweils zwei Personen im erweiterten Vorstand vertreten. Demgegenüber stehen je drei Sitze für die Tiergesundheitsdienste sowie die Interessenvertreter der Milch- und Fleischwirtschaft. In Abstimmungssituationen bedeutet dies, dass sowohl Landwirte als auch Tierärzte ihre Positionen nur schwer durchsetzen können, sofern diese von jenen der Tiergesundheitsdienste und der Wirtschaft abweichen. Die Arbeit der TGÖ betrifft hauptsächlich Bereiche, die unmittelbar Landwirte und Tierärzte berühren, während andere Interessensgruppen strukturell stärker gewichtet sind. Der TGÖ selbst betont hingegen, dass Beschlüsse nur bei Einstimmigkeit der Mitgliedsgruppen gefasst werden können und sieht damit eine ausgewogene Interessenvertretung gewährleistet. Die Österreichische Tierärztekammer stellt klar: „Der Austritt ist als Signal zu verstehen, um auf strukturelle Probleme in der tierärztlichen Versorgung sowie auf die Rolle der Tierärzte als unabhängige medizinische Instanz aufmerksam zu machen.“

Das erwartet Sie noch in diesem Beitrag:

  • Gründe für die Quartalsweise Meldung der Antibiotika-Mengenströme und die Kritik daran Seitens der Tierärzte
  • Zwickmühle der Rollen in der TGÖ

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