LANDWIRT: Sie haben mit Ihrem Team untersucht, wie stark Bürokratie landwirtschaftliche Betriebsführer belastet. Was hat Sie am meisten überrascht?
Theresa EICHHORN: Am meisten überrascht hat mich, wie groß die Rolle des privatrechtlichen Bereichs ist. Wenn man an Bürokratie denkt, denkt man meist an Gesetze, Förderungen oder die Gemeinsame Agrarpolitik. Was oft ausgeblendet wird, sind Anforderungen für Qualitätsstandards wie Gütesiegel, Handelsstandards oder Verbandsvorgaben. Auf landwirtschaftlichen Betrieben bündelt sich all das. Genau diese Summe macht die Belastung aus. Einige Betriebe mussten bis zu 14 verschiedene Programme, Gesetze oder Maßnahmen gleichzeitig erfüllen. Nicht die einzelne Auflage ist das große Problem, sondern die Vielzahl an Anforderungen.
Was dieses Interview noch bereit hält:
- In welcher Bandbreite bewegt sich der Zeitaufwand?
- Investieren rinderhaltende Betriebe also mehr Zeit in Bürokratie als andere Tierhalter?
- Wird die Gesamtbelastung von der Politik unterschätzt?
- Warum gibt es so viele doppelte Dokumentationen?
- Warum fühlen sich viele Bauern unter Generalverdacht?
- Welche Bürokratie bringt echten Nutzen – und was ist eher Belastung?
- Welche drei Maßnahmen würden Sie den zuständigen Institutionen raten?
- Was macht Ihnen Hoffnung?
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