Am 16. Feber hat die Österreichische Tierärztekammer (ÖTK) in einem Schreiben mitgeteilt, dass sie die Mitgliedschaft in der TGÖ beendet. Für den erst im Jahr 2023 gegründeten, und im Vorjahr vom Ministerium anerkannten Verband ist das ein Schlag ins Gesicht. Er steht als Dachorganisation über den Tiergesundheitsdiensten (TGD) der einzelnen Bundesländer. Die TGÖ fungierte bis dato als Schnittstelle zwischen Politik, Wirtschaft, Tierärzten und Landwirtschaft. Nach dem Ausstieg der Tierärztekammer fehlt nun ein entscheidendes Bindeglied. Doch wieso kam es dazu?
Mangelndes Vertrauen
Aus einem Schreiben der ÖTK geht hervor, dass bereits bei der Gründung der TGÖ die Zusammensetzung der Mitgliederstruktur als problematisch angesehen wurde. Der Vertrauensverlust und nicht näher genannte Vorwürfe dürften schlussendlich zum Zerwürfnis mit der TGÖ geführt haben. So schreibt die ÖTK unter anderem: „Die Gruppen vertreten teils unterschiedliche Interessen; zudem stehen einzelne Vertreter in einem weisungsgebundenen Abhängigkeitsverhältnis. Dadurch konnten standespolitische Diskussionen und daraus resultierende Spannungen nicht verhindert werden.“
Von Seiten der Landwirtschaftskammer ist man indes bemüht, die ÖTK zurück ins Boot zu holen. Nur so können, laut den LK-Vertretern, Landwirtschaft und Handel gemeinsam der Verantwortung über die Tiergesundheit gerecht werden. „Wir appellieren daher an die Tierärztekammer, an den Verhandlungstisch zurückzukehren und im Sinne der gemeinsamen Ziele konstruktive Lösungen zu finden“, betonen Josef Moosbrugger, Präsident der Landwirtschaftskammer Österreich, sowie Ferdinand Lembacher, Generalsekretär der Landwirtschaftskammer Österreich.
Eine direkte Auswirkung auf die Arbeit der einzelnen Tiergesundheitsdienste und damit auf Sie als Landwirt hat der Austritt der ÖTK aus dem TGÖ aber nicht. Wirksam wird der Austritt ohnehin erst mit 1.1.2027.

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