Mein BetriebBetriebsführungTierärztemangel in Österreich: Interview mit Kurt Frühwirth

Tierärztemangel in Österreich: Interview mit Kurt Frühwirth

Erschienen in: LANDWIRT 12/2026

Kurt Frühwirth: „Die Politik muss rasch handeln. Änderungen wirken erst in vielen Jahren.“
Quelle: Auinger

LANDWIRT: Wie steht es aktuell um die veterinärmedizinische Versorgung in den Großtierpraxen?

Kurt FRÜHWIRTH: Die Situation ist regional sehr unterschiedlich. Während die Versorgung in viehdichten Regionen derzeit noch gut funktioniert, ist der Mangel in anderen Gebieten bereits deutlich spürbar. Insgesamt kann man aber schon heute von einem österreichweiten Problem sprechen. Studien und Prognosen zeigen, dass sich die Lage in den kommenden Jahren weiter verschärfen wird. Es braucht mehr als ein Flickwerk – es braucht einen klaren Kurs für die Zukunft. Es wird vielerorts mit großem persönlichen Einsatz improvisiert: Überstunden und enorme Einsatzbereitschaft federn den Personalmangel ab.

Viele Tierärzte arbeiten trotz Pensionsalter weiter, um die Versorgung aufrechtzuerhalten. Gleichzeitig steht die Babyboomer-Generation vor der Pensionierung, während zu wenig Nachwuchs nachkommt. Zudem haben junge Tierärzte heute zu Recht andere Erwartungen an Arbeitszeiten und die Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben.

Was dieses Interview noch bereit hält:

  • Aktuell schließen pro Jahr 223 Studierende die Vetmed ab. Warum kommen nur etwa 20 davon in den Nutztierbereich?
  • Erleben Studierende den echten Praxisalltag oft zu spät?
  • Mittlerweile gibt es „gewidmete Studienplätze“. Was macht diese Plätze aus?
  • Welche Regionen sind vom Mangel besonders betroffen?
  • Was macht das Burgenland anders?
  • Warum wird die Akutversorgung zunehmend zur Belastung?
  • Könnten Fachkräfte aus dem Ausland die Lösung sein?
  • In Wels ist eine Privatuniversität geplant. Warum geht hier nichts weiter?

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