BioBio-RindTipps zur Weide

Tipps zur Weide

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Gesunde Klauen sind die Voraussetzung, dass auf der Weide ausreichend Futter aufgenommen wird. Überprüfen Sie jetzt die Klauen. Wenn Rinder noch keinen Elektrozaun kennen, sollten Sie den Erstkontakt bereits vor dem ersten Weideaustrieb im Auslaufbereich herstellen. Dabei sollten die Tiere den E-Weidezaun bewusst „wahrnehmen“ können. Wenn Sie vor dem Erstaustrieb die Herde einige Tage in einen für die Tiere neuen Auslaufbereich lassen, sind die Tiere am ersten Weidetag ruhiger.

Weidebeginn nicht verschlafen

„Wer im Frühling als Erster eine Alm bestößt, hat im Herbst am längsten eine grüne Alm“, so lautet sinngemäß ein alter Spruch der Almwirtschaft, der auch heute noch gilt. Ein früher Weidebeginn fördert die Bestockung. Darüber hinaus werden zu Vegetationsbeginn auch Weidepflanzen abgefressen, die später gemieden werden. Dadurch können Sie Ampfer oder starre Obergräser zurückdrängen. Wenn die ersten Pflanzen ergrünen, beginnen Sie mit der Überweidung einer großen Fläche.

Zu Beginn noch im Stall zufüttern

Füttern Sie zudem Beifutter zu. So kann sich der Pansen langsam umstellen. Lassen Sie die Rinder in den ersten Weidetagen satt gefüttert auf die Stundenweide. Nehmen Sie danach die Ergänzungsfütterung schrittweise zurück und weiten Sie die Weidedauer aus. Wenn das Graswachstum nach etwa drei Wochen voll einsetzt, sind die Wiederkäuer und der Pansen auf die Weide umgestellt und können das Futter bestens verwerten. Bei Aufzuchttieren oder Mutterkuhbetrieben, wo oft rasch mit Ganztagsweidehaltung begonnen werden muss, sind zu Weidebeginn Futterraufen mit Heu oder Silageballen auf der Weide sinnvoll.

Eiweiß zurückschrauben

Weidegras ist nicht nur energie- sondern auch eiweißreich. Daher können Sie mit Weidebeginn die Eiweißergänzung über das Kraftfutter reduzieren. Achten Sie auf eine ausgewogene und bedarfsgerechte Versorgung mit Viehsalz (20–40 g/Tier und Tag). Um der Weidetetanie durch Magnesiummangel vorzubeugen, sollten Sie gerade zu Weidebeginn eine magnesiumreiche Mineralstoffmischung anbieten. Das gilt auch für Phosphor und Spurenelemente. Die Kalziumaufnahme reicht zum Beispiel in der grünlandbasierten Milchviehhaltung üblicherweise für Milchleistungen bis 30 kg aus.

Priv.-Doz. Dr. Andreas Steinwidder ist Institutsleiter des Bio-Instituts HBLFA Raumberg-Gumpenstein.

Weidewissen kompakt

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