Rund ein Viertel der Tiroler Landwirtschaftsbetriebe vermarktet Produkte direkt an Konsumenten. Dadurch erzielen die Betriebe eine höhere Wertschöpfung. Gleichzeitig steigen jedoch die Anforderungen: Neben der Produktion sind auch Verarbeitung, Verpackung und Vermarktung Teil des Betriebsalltags. Zudem müssen zahlreiche rechtliche Vorgaben eingehalten werden. Unterstützung erhalten die Betriebe durch den Verband der Tiroler Direktvermarkter und die Landwirtschaftskammer, die als Anlaufstellen dienen.
Wie vielfältig dieser Betriebszweig ist und welche Bedeutung er für viele Höfe hat, zeigt auch der Beitrag zum Einstieg in die Direktvermarktung.
Großes Interesse an Fachmesse
Um aktuelles Wissen zu vermitteln, wurde eine Spezialmesse für Direktvermarktung organisiert. Dort konnten sich Betriebe über Produktverarbeitung und Vermarktung informieren. Laut Veranstaltern zeigte der starke Besucherandrang mit mehreren hundert Teilnehmern das anhaltend hohe Interesse und die Bedeutung der Direktvermarktung.
Kritik an Bürokratie und Auflagen
Vertreter der Direktvermarkter sehen jedoch zunehmenden Handlungsbedarf bei den gesetzlichen Rahmenbedingungen. Zwar würden Maßnahmen zur Lebensmittelsicherheit grundsätzlich unterstützt, der Aufwand sei jedoch vielfach zu hoch. Kritisiert werden insbesondere umfangreiche Auflagen und teils hohe Strafen bei geringfügigen Verstößen, etwa bei Kennzeichnungsvorgaben.
Auch im Rahmen politischer Diskussionen wurden Vorschläge zur Entlastung eingebracht. Ziel ist es, den bürokratischen Aufwand zu reduzieren und die praktische Arbeit in den Betrieben wieder stärker in den Mittelpunkt zu rücken. Dies soll auch in der kommenden GAP-Periode berücksichtigt werden.
Beitrag zur Versorgungssicherheit
Neben der wirtschaftlichen Bedeutung wird auch die Rolle der Direktvermarktung für die Versorgungssicherheit hervorgehoben. Direktvermarktungsbetriebe bieten regionale Lebensmittel außerhalb des klassischen Handels an, etwa über Hofläden, Selbstbedienungslösungen oder Automaten. Damit tragen sie zur regionalen Lebensmittelversorgung und zum Erhalt landwirtschaftlicher Strukturen bei.
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