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Traktorzulassungen Österreich 2025

Erschienen in: LANDWIRT 03/2026

Der Lindner Lintrac 65 LS hat es schon im ersten Verkaufsjahr auf den 4. Platz der meistgekauften Modelle in Österreich geschafft.
Der Lindner Lintrac 65 LS trug als neues Modell 2025 maßgeblich zum Verkaufserfolg von Lindner bei.
Quelle: Lindner

Zum Überblick: Traktorzulassungen Deutschland 2025

„Besonders augenfällig ist der Anstieg der durchschnittlichen Traktorleistung“, beschreibt Rudolf Dietrich, Obmann des Clubs Landtechnik Austria, das aktuelle Kaufverhalten bei Landwirten. „Lag sie in den 1970er-Jahren bei rund 70 PS, beträgt sie heute etwa 140 PS. Auch im Weinbau ist diese Entwicklung sichtbar – von früher durchschnittlich 70 PS auf heute rund 100 PS. Das zeigt sich nicht nur bei Traktoren, sondern auch bei Sämaschinen, Butterfly-Mähwerken und anderen groß dimensionierten Anbaugeräten.“

Zulassung von Neutraktoren in Österreich von 2016 bis 2025.
Quelle: Herbert Ablinger

Traktormarkt 2025: Weniger Stück, aber mehr Leistung

Der Landtechnikexperte kennt den Grund für diese Entwicklung: „Die Zahl der Betriebe nimmt ab, die verbleibenden Höfe bewirtschaften größere Flächen. Das erhöht den Bedarf an leistungsfähigerer Technik. Der Wandel in der Landwirtschaft spiegelt sich so direkt in der Traktorstatistik wider.“

Dietrich erklärt: „Blickt man bei den Traktorenzulassungen nur auf die Stückzahl, scheint der Markt deutlich rückläufig.“ Dieser ist in 2025 um 342 Stück bzw. 6,72 % geschrumpft. In Bezug auf die Leistung zeigt sich aber ein anderes Bild. „Der Traktormarkt in Österreich wächst nach wie vor. Wurden 1995 rund 456.000 PS verkauft, waren es 2023 bereits 597.000 PS.“

Vor einem Jahr hat Rudolf Dietrich prognostiziert, dass man sich bei Standardtraktoren in den kommenden Jahren auf eine Stückzahl von 3.000 bis 3.500 einstellen müsse. „Genau da stehen wir mit 3.326 verkauften Standardtraktoren heute“, sieht sich der Experte bestätigt. „Das bedeutet gegenüber 2024 ein Minus von 400 Stück bzw. 10,7 Prozent.“

Die Kategorien Klein- und Kompakttraktoren sowie die Obst- und Weinbautraktoren sind im Vergleich dazu weniger rückläufig. Das Segment der „sonstigen Traktoren“ mit Quads, ATVs, UTVs und ähnlichen Fahrzeugen setzt seinen Steilflug dagegen weiter fort. Die Verkaufszahlen haben sich hier in den letzten fünf Jahren fast versechsfacht: 130 Stück im Jahr 2020 zu 769 Stück in 2025.

An Bedeutung gewinnen zudem sogenannte Ost-Marken, die auch auf der Agritechnica augenfällig stark vertreten waren. Dietrich weiß: „Diese bedienen Segmente, die von der europäischen Industrie vernachlässigt oder gar eingestellt wurden – etwa Traktoren unter 50 PS. Damit prägen sie zunehmend die Angebots- und Kaufentscheidungen im Traktormarkt. Ob das auch für Großtraktoren gilt, werden die nächsten Jahre zeigen.“

Die Entwicklung der Top-Ten-Traktormarken bei Standardtraktoren in Österreich.
Zulassungen von Neutraktoren: Das Auf und Ab der Top-Ten-Traktormarken.
Quelle: Herbert Ablinger

Investitionen gebremst: Zinsen, Unsicherheit und Bürokratie

Aber nicht nur der Strukturwandel prägte den Traktorkauf im letzten Jahr. Auch hohe Zinsen bremsten Investitionen. Zuletzt konnten aktuellen Agrarberichten zufolge nur Milchbauern gute Erzeugerpreise generieren. Doch auch hier sorgten bereits wieder sinkende Preise und die anhaltende Inflation für Unsicherheit und Zurückhaltung. Zudem blieben Impulse, wie z. B. das vor einigen Jahren noch erwartete Wachstum im Biolandbau, aus. Stattdessen hemmen politische Vorgaben und der zunehmende Bürokratismus jegliche Kaufanreize bei den Betrieben.

Rudolf Dietrich blickt auch auf die letzten Jahre zurück: „Hinzu kommt, dass unsere Betriebe in der Regel technisch gut ausgestattet, teilweise sogar übermechanisiert sind.“

Traktorzulassungsstatistik 2025 Österreich - Stückzahlenvergleich.
Stückzahlenvergleich von 2024 zu 2025.
Quelle: Herbert Ablinger

Standardtraktoren 2025: Hersteller im Vergleich

Die Hersteller haben sich in diesem schwierigen Umfeld unterschiedlich geschlagen, wie die Entwicklung der Standardtraktoren über die letzten fünf Jahre zeigt. Mit Neuvorstellungen und Aktionsmodellen versuchten einige 2025 den Markt zu beleben. Diese punktuellen Impulse konnten die insgesamt verhaltene Marktlage jedoch nur teilweise ausgleichen.

Landtechnikexperte Dietrich ergänzt: „Ein entscheidender Einflussfaktor sind auch die jeweiligen Vertriebsnetze. Mehrere Marken haben diese zuletzt umstrukturiert oder sind noch mitten in der Umstellung.“

Traktorzulassungsstatistik 2025 Österreich - Vergleich der Marktanteile der Top-Ten-Traktormarken.
Vergleich der Marktanteile von 2024 zu 2025.
Quelle: Herbert Ablinger

Bei den Stückzahlen, aber auch den Marktanteilen ging es zuletzt nur für Lindner, Deutz-Fahr und Same bergauf. Alle anderen Marken sind geschrumpft. Marktführer Steyr verlor mit 178 weniger verkauften Traktoren (-2,5 % Marktanteil) am deutlichsten, bleibt aber mit großem Abstand die Nummer 1.

Für den Zweiten und den Dritten auf dem Podest – Fendt und New Holland – waren die Verluste mit 66 Stück (-0,2 % Marktanteil) bzw. 62 Stück (-0,4 % Marktanteil) dagegen verhältnismäßig gering. John Deere musste nach dem Totalabsturz 2024 abermals Rückschläge verzeichnen: Durch ein Minus von 46 Traktoren (-0,4 % Marktanteil) wurde der Mannheimer Traktorenbauer von Lindner überholt und ist damit auf den fünften Platz abgerutscht.

Dahinter rangieren weiterhin Valtra und Massey Ferguson auf den Plätzen sechs und sieben. Valtra hat zwar zwölf Traktoren weniger verkauft als im Vorjahr, konnte aber bei den Marktanteilen ein kleines Plus von 0,4 % verzeichnen. Die Verluste von Massey Ferguson halten sich mit einem Minus von 46 Traktoren (-0,6 % Marktanteil) ebenfalls in Grenzen.

Größere Verschiebungen gibt es im hinteren Drittel der Top 10: Deutz-Fahr hat zwei Plätze gutgemacht und ist mit einem Plus von 33 Traktoren (+1,5 % Marktanteil) auf den achten Platz vorgerückt. Claas konnte trotz leichter Stückzahlverluste von 18 Standardtraktoren seine Marktanteile von 4,8 % halten. Die Harsewinkeler sind allerdings vom achten auf den neunten Platz abgerutscht.

Neu in den Top 10 ist Same. Die Italiener haben mit einem Zuwachs von 66 Traktoren (+2,3 % Marktanteil) Case IH aus dem Ranking verdrängt. Hinter Case IH folgen mit zweistelligen Verkaufszahlen, aber doch deutlichem Abstand, die Marken Mercedes, Kubota Lamborghini, McCormick und JCB.

Landini, Solis, LS Mtron, Rigitrac und Yanmar haben im Segment der Standardtraktoren nur wenige Stück verkauft.

Das waren 2025 die meistgekauften bzw. beliebtesten Traktormodelle in Österreich.
Bei den meistgekauften Modellen hat sich gegenüber 2024 einiges getan: Auch die Abstände zueinander sind deutlich geringer geworden.
Quelle: Herbert Ablinger

Top-Modelle, Konzernanteile und Spezialsegmente

Bei den beliebtesten Modellen hat sich 2025 einiges getan. Zudem sind die Abstände zwischen den Modellen deutlich geringer geworden: An der Spitze steht weiterhin der New Holland T5.90, obwohl um 24 Stück weniger verkauft wurden. Der Steyr 4075 Kompakt rückte auf dem Podest um einen Platz nach vorne.

Ähnlich der Lindner Lintrac 75LS, der nun den dritten Stockerlplatz belegt. Platz 4 teilen sich der Fendt 211 Vario (Vorjahr Platz 8) und der Lintrac 65LS, ein Neuling aus der Tiroler Traktorenschmiede. Neu in den Top 10 ist ebenfalls der Fendt 314 Vario auf Platz 6.

Der New Holland T5.110 rückte gegenüber dem Vorjahr um zwei Plätze nach vorne auf Position 7. Mit Platz 8 schafft es der Fendt 724 Vario 2025 nun auch unter die meistgekauften Traktoren Österreichs. Abgestürzt von Platz 2 in 2024 auf Platz 9 in 2025 ist der Steyr6150 CVT.

Neu in dieser Tabelle ist der Valtra A115 an zehnter Stelle. Der Steyr 4090 Kompakt hat es nicht mehr in die Top 10 der meistverkauften Modelle geschafft, ebenso der im Vorjahr noch sechstplatzierte John Deere 6120 M. Deutlich geringer sind die Veränderungen beim Vergleich der Konzerne.

Traktorzulassungsstatisitk 2025 Österreich - Konzernvergleich.
Beim Konzernvergleich ist CNH – trotz Verluste von allen drei Marken – noch immer deutlich die Nummer 1.
Quelle: Herbert Ablinger

Mit 37,3 % Marktanteilen ist CNH weiterhin klare Nummer 1, trotz der Verluste aller drei Konzernmarken Steyr, New Holland und Case IH. Mit über 10 Prozentpunkten Abstand folgt AGCO mit einem stabilen Marktanteil. SDF hat deutlich dazugewonnen und erreicht Platz drei.

Dahinter folgt Lindner mit ebenfalls leichten Zuwächsen. Die Plätze vier und fünf belegen John Deere und Claas, jeweils mit marginalen Verlusten an Marktanteilen.

Zulassungsstatistik 2025 Österreich: Der Markt für Obst- und Weinbautraktoren ist um 14,1 % geschrumpft.
Das Segment der Obst- und Weinbautraktoren ist in 2025 stärker geschrumpft als die Standardtraktoren.
Quelle: Herbert Ablinger

Obst- und Weinbautraktoren: Rückgang nach Wachstum

Während 2024 das Segment der Obst- und Weinbautraktoren noch um 5,8 % gewachsen ist, gingen die Zulassungszahlen im letzten Jahr um 14,1 % zurück. Von den insgesamt 140 neuen Obst- und Weinbautraktoren konnte Fendt mit 51 Stück seine Marktführerschaft (36,4 % Marktanteil) wieder deutlich ausbauen.

New Holland und Massey Ferguson haben bei Stückzahlen und Marktanteilen verloren, verteidigen aber weiterhin Silber und Bronze. Same und Deutz-Fahr haben ähnlich wie bei den Standardtraktoren ein Plus zu verzeichnen. Dahinter rangiert Case IH mit 10 Traktoren (7,1 % Marktanteil) auf Platz 6.

Landini, Kubota, Claas und Hattat komplettieren die Top Ten mit einstelligen Zulassungszahlen.

Traktorstatistik 2025 Österreich: Auch bei den Traktoren mit vier gleich großen Rädern sowie den Klein- und Kompakttraktoren ist der Markt rückläufig.
Quelle: Herbert Ablinger

Vier gleich große Räder: Kaum Veränderung, klare Dominanz

Diese Gruppe verzeichnete 2025 mit 92 verkauften Maschinen einen minimalen Rückgang von 1 %. Dieses Segment wird seit vielen Jahren von Carraro dominiert. Der Marktanteil der Italiener ist mit 75 verkauften Traktoren zwar gesunken, beträgt aber immer noch beeindruckende 81,5 %.

Die restlichen 17 Stück verteilen sich auf die Hersteller Pasquali, Ferrari, Agromehanika und BCS.

Weniger Klein- und Kompakttraktoren

Bei den Klein- und Kompakttraktoren mit maximal 55 PS Motorleistung betrug das Minus im letzten Jahr 9,7 %. Dieses Segment ist mit 418 Maschinen aber auch deutlich größer als die Kategorie der Traktoren mit vier gleich großen Rädern. Bei den Kompakten sind Solis, Iseki und Kubota mit Marktanteilen von 26,1 %, 16,3 % und 15,3 % die Platzhirsche.

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