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Treiben ohne Stress
Unter Low-Stress-Stockmanship (LSS) versteht man eine Form der Kommunikation zwischen Mensch und Tier, die das Treiben von Herdentieren einfacher, effizienter und stressarmer machen soll. Ein Experte erklärt hier die wichtigsten Grundlagen und Techniken.
Ein Mensch geht nicht direkt auf eine Herde zu, sondern wie an ihr vorbei. Die Schafe beobachten ihn. An einem Punkt bewegt sich das erste Schaf, ein zweites folgt.
In dem Moment wechselt der Mensch die Richtung. Er bewegt sich langsam, kleine Schritte, beobachtet alle Tiere sehr aufmerksam. Aus dem ersten Richtungswechsel wird ein Zick-Zack-Kurs.
Tiere stehen auf, strecken sich, andere wenden sich ab und folgen den ersten. Mit wenig Aufwand setzt sich die Herde ruhigen Schrittes in Bewegung – so sieht LSS-Arbeit aus: nicht wild und spektakulär, sondern ruhig und entspannt für Mensch und Tier.
Low-Stress-Stockmanship bei Schafen und Ziegen
Low-Stress-Stockmanship (LSS) ist eine Methode der verständigen Zusammenarbeit mit Weidetieren. Es geht letztendlich darum, Kontrolle über die Tiere zu bekommen. Damit ist gemeint, den Tieren auf eine für sie verständliche Art zu „sagen“, was wir von ihnen wollen: etwa in eine bestimmte Richtung zu gehen oder wieder anzuhalten.
Diese Form der Kommunikation führt zu einer partnerschaftlichen Zusammenarbeit, die Mensch und Tier Zeit und Nerven spart. LSS stammt aus den USA. Es ist dort von Bud Williams (1932–2012) entwickelt worden.
Letztendlich beruht es darauf, wie wir uns den Tieren gegenüber positionieren und bewegen. Durch genaue Beobachtung hat er die Reaktionen der Tiere systematisiert und so ein begriffliches Verständnis erarbeitet. Viel hat er auch aus der Beobachtung guter Hütehunde gelernt.
Die zentrale Technik ist das Treiben der Tiere: Druck machen und wieder lösen. Man arbeitet im Wesentlichen von hinten oder der Seite und lockt nicht von vorne. Fünf Regeln helfen dabei, das Verhalten der Tiere für eine gelingende Zusammenarbeit zu nutzen:
- Tiere wollen sehen, was oder wer sie treibt
Das ist eine wesentliche Voraussetzung des Treibens. - Tiere gehen dorthin, wohin sie schauen
Daraus ergibt sich das Lenken - Bewegung erzeugt Bewegung.
Dieses Verhalten ist bei Schafen besonders stark ausgeprägt - Tiere haben wenig Geduld.
Wenn Tiere nicht laufen, sind sie entweder faul oder unsicher (Angst) - Tiere haben nur eins im Sinn.
Sie sind einfach zu lesen, weil sie keine versteckten Hintergedanken haben.
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