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Zu dem Zeitpunkt, wo es uns Menschen sprichwörtlich die Gummistiefel auf den rutschig gewordenen Stallböden auszieht, leiden die Rinder schon lange darunter. Denn: Die Klauenfläche ist glatt, anders als das Profil unserer Arbeitsschuhe oder -stiefel. Wer wartet, bis die Laufflächen für das eigene Befinden zu glatt werden, ist spät dran. Doch den Entschluss zum Sanieren fasst man besser spät als nie. Nun stellt sich aber die Frage, welche der Sanierungsoptionen dauerhaft, leistbar und klauenschonend ist. Wir haben Christian Manser um eine Einschätzung gebeten. Hier gelangen sie zu seinen Antworten.
Matten vs. schneiden
Gummimatten sind in der Regel teurer und aufwendiger in der Montage als ein Betonschnitt. Darf man sie deshalb sofort auf die rote Liste setzen? Nein, denn Kühe sind von Natur aus Weichbodengänger.
Ein verformbarer Untergrund ist laut Stallbauprofi Christian Manser dennoch nicht notwendig. Wem dieser Aspekt trotzdem wichtig ist, dem sei gesagt: Modelle, bei denen Kühe 2–3 mm einsinken, imitieren den natürlichen Boden am ehesten. Den positiven Effekt der weichen Bodenfläche sieht Manser in Funktionsbereichen, in denen Kühe eng drehen müssen, wie sie sich in Umbaulösungen manchmal nicht vermeiden lassen. Hier können bei Überlastung der Klauen Sohlenblutungen entstehen. Trotz der positiven Effekte bleiben die Investitionskosten nicht zu leugnen. Pro Quadratmeter muss man laut verschiedener Hersteller je nach Modell bei planbefestigtem Boden zwischen
70 und 95 Euro rechnen. Die Lebensdauer liegt laut Herstellerangaben durchschnittlich bei etwa 16–17 Jahren. Betonschnitte mittels Diamantmesser halten je nach Schnitttiefe und Häufigkeit der Reinigung durch Mistschrapper 5–15 Jahre. Bei Schnittmustern muss darauf geachtet werden, dass die Rillen in Laufrichtung gehen und tief genug sind.
Stallbauprofi Christian Manser erklärt dies folgendermaßen: „Die Rillen müssen 1 cm tief und 1,9 cm breit sein. Der Abstand zwischen den Rillen sollte 6,5 cm betragen. Der häufigste Fehler in der Praxis ist, dass die Rillen nicht tief genug sind und meist nicht gereinigt werden.“ Außerdem rät der Profi von einem Rautenmuster ab. Seiner
Erfahrung nach sind die Rillen entlang der Hauptbewegungsrichtung ausreichend für den Halt der Klauen. Die Rauten sind einerseits schwieriger zu reinigen. Andererseits bergen die Kanten ein erhöhtes Verletzungsrisiko für die Klauen.
Das erfahren Sie noch in diesem Beitrag:
- Schmierschicht vermeiden
- Darauf ist beim Verlegen der Gummimatten zu achten
- Sanierungsaufwand für Gussasphalt und Schnittmuster
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