Mein BetriebTrockenheit – Ausnahme oder bald die Regel?

Trockenheit – Ausnahme oder bald die Regel?

Ende Mai haben wir das Heu für unsere Pferde eingefahren – ungewöhnlich früh hier im Allgäu. Doch die Hauptgräser hatten bereits geblüht, ein weiteres Warten wäre zulasten der Futterqualität gegangen. Zu diesem Zeitpunkt witzelten wir noch: „Dieses Jahr muss man sich schon besonders anstrengen, dass es einem ins Heu regnet.“

Dass aus diesem Spaß bittere Realität würde, war uns damals nicht klar. Eine derart lang anhaltende und überregionale Trockenheit haben selbst erfahrene Landwirte selten erlebt – das bestätigt auch Fabian Höß, Geschäftsführer des Alpwirtschaftlichen Vereins im Allgäu. Auf den Almen werden Wasser und Futter knapp, und auch im Tal müssen Viehhalter vielerorts ihre Wintervorräte angreifen.

Der Markt für Zukauffutter ist leergefegt, die Preise für Heu und Co. klettern ins Unermessliche. Immer mehr Bauern bleibt nur noch die Wahl den Viehbestand zu reduzieren – mit Folgen für den Schlachtviehpreis.

Ein Landwirt in der Region hat sogar schon seine gesamte Mutterkuhherde verkauft.

Kaum besser geht es vielen Ackerbauern: Wenn Niederschläge in diesem Jahr fielen dann oftmals als Starkregen oder Hagel. Das Wasser konnte so nicht langsam im steinharten Boden versickern, sondern lief einfach davon. Was auf den Feldern also nicht vertrocknet, wird zerhauen oder weggespült.

Man könnte 2026 als Extremjahr abtun. Doch damit würde man es sich zu leichtmachen. Denn die Wetterdaten der letzten Jahrzehnte zeigen: Die Temperaturen steigen, die Verdunstung nimmt zu, die Trockenheit reicht über den Winter.

Landwirte müssen sich anpassen – mit anderen Arbeitsweisen, trockenheitstoleranten Kulturen, robusten Rassen und einem sorgsamen Umgang mit Wasser. Diese Umstellung wird nicht einfach, aber es führt kein Weg daran vorbei.

Ihr Marzell Buffler

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