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Trockenheit: Was uns das Zuwarten kostet

Die Dürre trifft viele Betriebe hart – und der Ruf nach staatlicher Hilfe wird lauter. Doch die Krise wirft auch eine unbequeme Frage auf: Haben wir genug getan, um für solche Jahre vorzusorgen?

Reinhild Jäger 1 Min. Lesezeit

Die diesjährige Trockenheit hat die Landwirtschaft fest im Griff. So fest, dass ich das Thema an dieser Stelle noch einmal aufgreifen möchte. Sie kennen die Lage: Auf vielen Betrieben werden bereits die Wintervorräte verfüttert, Grundfutter teuer zugekauft oder Kühe trotz schlechter Schlachtpreise verkauft.

Landwirtschaftliche Organisationen und Interessensvertretungen fordern Dürrehilfen, günstige Kredite und Zuschüsse. Das ist angesichts dieser außergewöhnlichen Situation nachvollziehbar. Trotzdem beschäftigt mich eine unbequeme Frage: Warum sind wir wieder so stark auf öffentliche Hilfe angewiesen?

Ausgeprägte Trocken- und Dürrejahre wie 2003, 2015 oder 2018 waren deutliche Warnzeichen. Warum haben nicht mehr Betriebe frühzeitig Dürreversicherungen abgeschlossen, ihre Bewirtschaftung angepasst, Futterreserven geschaffen oder – wo möglich – in Bewässerung investiert?

Ich möchte Sie mit diesen Fragen nicht belehren, denn als Landwirtin kenne ich natürlich die Hürden: noch eine teure Versicherung, noch eine teure Investition – bei ohnehin engen finanziellen Spielräumen. Solange die Situation einigermaßen entspannt ist, schiebt man Vorsorge lieber auf. Doch spätestens dieses Jahr zeigt, was uns das Zuwarten kostet.

Natürlich kann und soll der Staat bei einer außergewöhnlichen Katastrophe helfen. Aber wir sollten uns nicht allein darauf verlassen. Die entscheidende Frage nach diesem Dürrejahr lautet deshalb nicht nur, wie viel Hilfe es gibt – sondern was jeder Betrieb tun kann, um beim nächsten Mal weniger davon zu brauchen.

Ihre Reinhild Jäger

Kontakt zum Autor

Reinhild Jäger

LANDWIRT Redaktion

Bewirtschaftet einen land- und forstwirtschaftlichen Betrieb in der Obersteiermark mit dem Schwerpunkt Forstwirtschaft. Die Landwirtschaft mit Ackerbau, Pferden und Schafen betreibt sie biologisch. Bereits während und nach dem Landwirtschaftsstudium an der Universität für Bodenkultur war sie für den LANDWIRT tätig und arbeitete anschließend in einem Ziviltechnikerbüro für Landwirtschaft. Seit 2017 ist sie wieder im LANDWIRT Team und betreut die Rubrik Forst. Seit Juni 2025 ist sie Chefredakteurin.

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