100–200 Wanderer sind an einem schönen Sommerwochenende auf dem Gebiet der Gmoa Alm in Frohnleiten in der Steiermark unterwegs. Sechs Bauern treiben rund 30 Stück Vieh auf die dortigen Almflächen. „Mitunter kommt es dabei auch zu brenzligen Situationen zwischen Rindern und Wanderern“, weiß Andreas Affenberger, Hüttenwirt und Obmann der Agrargemeinschaft Gmoa Alm. Vielfach sind Hunde beteiligt.
Um Unfälle zu vermeiden, ist es deshalb wichtig, folgende Grundregeln zu beachten:
- Gewöhnen Sie Ihre Rinder bereits zu Hause an den Hofhund, falls es einen gibt.
- Treiben Sie keine auffälligen Tiere auf die Alm.
- Eine gute Beziehung zum Tier aufzubauen ist wichtig. Verhätscheln oder kraulen Sie Rinder aber nicht an der Stirn.
- Beobachten Sie die Rinder, wie sie sich in der Nähe von Wanderern verhalten und handeln Sie entsprechend.
- Füttern Sie Kraftfutter oder Salz nicht in der Nähe von Wanderwegen oder -gattern. Die Tiere unterscheiden nicht zwischen Bauern bzw. Haltern und Wanderern und fordern die Leckerei ein.
- Informieren Sie mit Weidetafeln über die Gefahren.
Weidetafeln aufstellen
Die Landwirtschaftskammer Steiermark empfiehlt ausdrücklich Weidetafeln aufzustellen. „Die Tafeln dürfen aber nur auf eigenem bzw. gepachteten Grund aufgestellt werden. Dort, wo das eigene Grundstück beginnt und wo Wanderer noch ausweichen können“, erklärt Bauernanwalt Dr. Gerhard Putz. Bezüglich der Beschriftung gibt es keine konkreten Vorschriften. Der Oberste Gerichtshof hat eine Tafel mit der Aufschrift „Achtung Mutterkühe! Mitführen von Hunden auf eigene Gefahr“ oder ein zweisprachiges Warnschild, welches darauf hinwies, dass Kühe ihre Kälber schützen und Verhaltensregeln beim Mitführen von Hunden empfahl, als ausreichend angesehen.
Welche Distanz zwischen Rind und Wanderer eingehalten werden sollte, ist individuell unterschiedlich. „Je jünger die Tiere sind, desto neugieriger sind sie und desto weniger Abstand halten sie ein“, sagt Rudolf Grabner von der LK Steiermark. „Außerdem sehen Rinder nur im Umkreis von 1–2 m scharf. Darüber hinaus nehmen sie nur Umrisse war “, ergänzt der Fachmann. Besonders schlecht sehen Rinder, die in Panik geraten sind und schnell laufen. „Nach einer Wolfssichtung kann es bis zu zwei Tage dauern bis sich die Rinder wieder beruhigt haben“, ergänzt Grabner.









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