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Vom Bauernhaus zum Romantikchalet

Erschienen in: LANDWIRT 01/2026

Das Chalet „Nockberge“ war vor dem Umbau ein altes Bauernhaus.
Quelle: Niederbichler

Es ist kurz nach 18 Uhr. Die letzten Sonnenstrahlen sind längst hinter den Nockbergen verschwunden. Im Stall des „Jakl am Kofl“ ist Ruhe eingekehrt. Die 25 Mutterkühe genießen ihr Abendmahl. Aus der Holzwerkstatt ist ein Rumpeln zu hören. Landwirt Christian Niederbichler verstaut gerade sein Werkzeug. „Wir sind heute mit dem Rohbau unseres zweiten Chalets fertig geworden. Ich räume nur noch schnell die Kreissäge weg, dann bin ich bereit für den Rundgang“, erklärt der 33-Jährige, ohne sich von der Arbeit abhalten zu lassen. Ohne Fleiß wäre sicher auch der Umbau des mehrere hundert Jahre alten Holzhauses am Betrieb nicht möglich gewesen. In einer Bauzeit von rund zwei Jahren hat der Vollerwerbslandwirt zusammen mit seinem Vater Wolfgang und Mutter Silvia das renovierungsbedürftige Haus wortwörtlich auf „neue Schuhe“ gestellt. „Im Haus wohnte früher die Großmutter. Es hat dann mehrere Jahre leer gestanden. Der Zahn der Zeit hat bereits am Haus genagt“, erzählt uns Niederbichler am Weg vom Stall bis zur Eingangstüre des Massivhauses – die Niederbichler, wie so vieles an diesem Chalet, selbst angefertigt hat.

Schwebender Traum

Gleich zu Baubeginn stand der gelernte Zimmerer vor einer großen Herausforderung: Es gab kein Fundament. Die Holzbalken des 200 Jahre alten Hauses ruhten auf der blanken Erde. Der Zustand war dementsprechend schlecht. Niederbichler handelte und lernte dem Haus das „Fliegen“. „Ich wollte das Haus unbedingt vor dem Verfall retten, restaurieren und daraus etwas Sinnvolles machen. Ein Abriss kam für mich nicht in Frage. Ich hob rings um das Haus die Erde aus. An mehreren Punkten haben wir das Haus untergraben, Hebekissen eingesetzt und die alten Holzwände angehoben. Durch die Hebekissen konnten wir das Haus an allen Punkten gleichmäßig bewegen“, erklärt der Junglandwirt. Danach haben die Niederbichlers eine Bodenplatte samt Streifenfundament eingezogen. Die Holzbalken wurden auf eine Höhe von 45 cm über der Bodenplatte nivelliert und mit Beton unterfüttert. „Es ist wichtig, dass der erste Holztram nicht direkt auf der Bodenplatte aufliegt, sondern auf einem erhöhten Betonsockel ruht. So sind die Holzbalken im Außenbereich besser vor Feuchtigkeit geschützt. Auch wenn mal ein Wasserrohrbruch auftritt, wird das Holz nicht beschädigt. Zwischen Beton und Holz haben wir eine Dichtbahn
eingezogen. Sie verhindert, dass aufsteigende Feuchtigkeit die Balken schädigt“, fährt der passionierte Holzbauer fort.

Was der Artikel noch für Sie bereit hält:

  • Alt gegen Neu – woher das Material für den Umbau stammt

  • Wie man Altholz behandelt

  • Inneneinrichtung do it yourself

  • Neues Chalet

  • Richtiger Fällzeitpunkt

 

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