Die landwirtschaftliche Interessensvertretung Copa-Cogeca schlägt Alarm: Wolle, ein eigentlich nachhaltiger und vielseitig nutzbarer Rohstoff, wird in Europa zunehmend zum Problemfall.
Grund dafür ist unter anderem die aktuelle Rechtslage. Nach der Regulation (EC) No 1069/2009 wird Rohwolle als tierisches Nebenprodukt der Kategorie 3 eingestuft. Obwohl diese Kategorie als risikoarm gilt, bringt sie umfangreiche Vorschriften für Lagerung, Transport, Verarbeitung und Vermarktung mit sich.
Für viele landwirtschaftliche Betriebe hat das konkrete Folgen: Die Preise für Wolle sind stark gefallen und decken oft nicht einmal die Schurkosten. Auch die Direktvermarktung von Wolle wird erschwert. Gleichzeitig fehlen innerhalb der EU ausreichend Verarbeitungskapazitäten, während wichtige Exportmärkte weggebrochen sind.
Wertvoller Rohstoff landet im Müll
Das Ergebnis: Wolle bleibt häufig auf den Höfen liegen oder wird sogar entsorgt – ein wirtschaftlich wie ökologisch fragwürdiger Zustand.
Copa-Cogeca fordert deshalb, die rechtliche Einstufung zu überarbeiten, bürokratische Hürden abzubauen und Innovationen entlang der Wertschöpfungskette zu fördern. Ziel ist es, Wolle wieder als das zu etablieren, was sie ist: eine erneuerbare, biologisch abbaubare Ressource mit Potenzial für die Kreislaufwirtschaft.
Ohne Reformen droht ein wachsendes Problem – mit Reformen könnte die EU jedoch eine Chance für eine nachhaltigere Landwirtschaft nutzen.
Hier ein Einblick, wie Wolle derzeit behandelt werden muss, um in Verkehr gebracht zu werden: Wolle richtig waschen
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