ManagementVorstandschef Hiller verlässt BayWa

Vorstandschef Hiller verlässt BayWa

Für BayWa Vorstandchef Hiller wird die Luft offenbar immer dünner. Medienberichten zufolge steht er kurz vor der Abberufung.
Hiller wurde im Februar 2025 zum Vorstandsvorsitzenden der BayWa berufen.
Quelle: Foto Marquart/Baywa

Wie die BayWa AG am 9. Januar mitteilte, scheidet Hiller mit sofortiger Wirkung aus dem Vorstand aus. Letzter Arbeitstag von Hiller in München ist offiziell der 31. Juli 2026. Bereits am 6. Januar hatte der Agrarkonzern in einer Ad-hoc-Meldung mitgeteilt, dass in einer Aufsichtsratssitzung ergebnisoffen „über eine zukünftige personelle Ausrichtung des Vorstands“ beraten worden sei. Schon da war klar, dass es um CEO Hiller gehen muss. Dem Handelsblatt zufolge waren vor allem die genossenschaftlichen Großaktionäre mit der Arbeit von Hiller unzufrieden. Der hatte den Posten erst im Frühjahr 2025 angetreten.

Als Grund nennt das Unternehmen nun „unterschiedliche Auffassungen über die mittel- bis langfristige Strategie des Unternehmens“. Medienberichten zufolge hatte sich der Aufsichtsrat von der Bestellung des ehemaligen Deutz-Chefs eine Strategie für das ⁠Unternehmen versprochen, die über die Zeit bis 2028 hinausgeht. Doch Hiller habe mehrere Gelegenheiten verstreichen lassen, um seine Vorstellungen für die Zukunft des Agrarkonzerns vorzustellen, sagten mit dem Vorgang ⁠vertraute Personen.

Chef mit Hang zur Aufklärung

Laut einem Insider soll sich Hiller aber auch mit Aufsichtsräten angelegt haben. Er forderte demnach immer wieder öffentlich eine ‍rasche und umfängliche Aufklärung des Debakels bei ‍dem Agrarhändler, der zeitweise am Rand der Pleite stand. So sagte Hiller bei der Hauptversammlung im August, die Kultur bei der BayWa müsse sich in einigen Teilen ändern. Die Staatsanwaltschaft München ermittelt zudem seit Sommer gegen ehemalige Vorstände. Unangenehm könnte das dem Finanznachrichtenportal NTG24 zufolge für die Mitglieder des Aufsichtsrates werden, die schon zu Zeiten von Hillers Vorgänger Marcus Pöllinger im Amt waren. Ob das nun den Ausschlag für die derzeitigen Reibereien gegeben haben mag, ließe sich jedoch nicht mit Sicherheit sagen. ​Die Trennung von dem Manager sei aber laut FAZ bereits seit zwei Monaten vorbereitet ‌worden.

Einen direkten Nachfolger für den Chefposten gibt es aktuell nicht. Die Aufgaben von Hiller teilen sich die verbliebenen Vorstandsmitglieder. Der eingesetzte Restrukturierungsexperte (Chief Restucturing Officer, CRO) Michael Baur  übernimmt zusätzlich die Ressorts Strategie und Recht sowie die Geschäftsbereiche Baustoffe und Technik. Finanzvorstand Matthias Rapp verantwortet zukünftig auch die Bereiche Compliance, Revision und Investor Relations. Vorständin Wienert übernimmt zusätzlich das Personalressort sowie den Bereich Nachhaltigkeit.

 

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