Zum internationalen Tag des Waldes am 21. März 2026 stellte der Vorarlberger Waldverein das bei der diesjährigen internationalen Schutzwaldpreisverleihung der Arge Alpenländische Forstvereine ausgezeichnete Projekt „Wald ist genial. Plenterwald noch viel genialer!“ vor.
Was ist ein Plenterwald?
Das ist ein Mischwald mit in unseren Breiten hauptsächlich Fichte, Tanne und Buche, auf kleinster Fläche in allen Lebensaltersphasen des Waldes, also der Verjüngung, der Mittel- und der Baumschicht gestuft. Diese Strukturen sind nicht nur urwaldähnlich und „schön“, sondern bieten viele Vorteile in der Waldbewirtschaftung. In einem Urwald würde die Plenterphase nur einen relativ kleinen Zeitabschnitt in einer mehrhundertjährigen Entwicklung darstellen. Mit einer laufenden kleinflächigen Nutzung wird die Urwald-Plenterphase dauerhaft erhalten. Und das Geniale dabei: Es wird auf eine natürliche Verjüngung gesetzt. Die Kosten, die sonst für eine künstliche Waldverjüngung und die damit verbundenen Pflegemaßnahmen aufgewendet werden müssen, fallen weg.

Zentrale Voraussetzung ist eine gute Erschließung mit Forststraßen, sodass die Nutzung der starken Bäume wirtschaftlich und ohne große Schäden am verbleibenden Bestand durchgeführt werden kann. Einerseits sind intakte Plenterwälder wildökologisch sehr attraktive Lebensräume, andererseits dürfen die Wildbestände aber nicht zu hoch sein, weil sonst die verbissempfindliche und für den Plenterwald wichtige Baumart Weißtanne ausfällt.
Stabilität, Resilienz und Biodiversität
Mit Holznutzungen kommt Licht in die Waldbestände hinein. Die Widerstandskraft und die Stabilität der Bestände wird erhalten und verbessert. Und wenn Extremereignisse trotzdem Schäden verursachen, können sich diese Waldsysteme dann schneller wieder erholen und die notwendige Schutzleistung bieten (=resiliente Waldsysteme). Förderanreize für eine aktive Waldbewirtschaftung schonen langfristige unsere angespannten Budgets. Extrem hohe Schäden inkl. mögliche Personenschäden können vermieden bzw. verringert werden.
Zusätzlich ergibt sich ein besonders willkommener Nebeneffekt: Die Biodiversität wird erhöht! Das ist für viele erstaunlich, wo es doch oft umgekehrt angenommen wird. Nicht in unbewirtschafteten, sondern in naturnah bewirtschafteten Wäldern ist die Biodiversität höher! Mit den Holznutzungen wird die Struktur im Wald erhöht, Licht kommt hinein und es werden unzählige verschiedene Kleinlebensräume für eine große Anzahl von Tieren und Pflanzen geschaffen. Wissenschaftliche Studien bestätigen das.
Hinweis: Für alle Waldbesitzer und Interessierte gibt es am 10.04.2026, von 13:00 bis 17:00 eine Kurs zur Plenterwaldbewirtschaftung in Langen bei Bregenz
Anmeldung: LFI Vorarlbergvbg.lfi.at, lfi@lk-vbg.at, 05574/400-191

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